Die Freiburger Ibrahim Kurt und Hakan Ay spielen Amor im digitalen Zeitalter: Sie haben eine neue App entwickelt, die Menschen helfen soll, sich anzusprechen. Als Single jemanden anzusprechen, den man neckisch findet, das ist nicht nur in Freiburg schwer. Die Person der Begierde steht oft mitten in einem Haufen voller Freunde. Oder starrt herausfordernd lange auf das kalte Display des Smartphones, anstatt darauf zu achten, dass in unmittelbarer Entfernung jemand ständig nervös durch die Gegend blinzelt und versucht, Aufmerksamkeit zu bekommen.

 

Damit soll jetzt Schluss sein, finden Ay (30) und Kurt (28). Sie entwickelten eine App, mit der man in verschiedene Locations „einchecken“ kann und sieht, wer dort online ist.

 



Nur diese Personen können dann angeschrieben werden. Die Entwickler von „CheckME“ wollten einen „Türöffner“ erschaffen, um Leuten die Kontaktaufnahme zu erleichtern. Geschäftsführer Kurt findet es selbst schade, dass die Leute so viel auf das Smartphone starren, anstatt miteinander zu reden. Die App soll eine Hilfe dafür sein, sich gegenseitig anzusprechen. Der Vorteil: Findet das Objekt der Begierde einen nicht so neckisch und lehnt den Kontakt ab, ist die Peinlichkeit vor anderen nicht so groß.

 

„Man bekommt auch so schon genügend Rückschläge im Leben. Auf diese Weise muss es zumindest keiner mitbekommen“, sagt Kurt. Die App fordere die Leute auch auf, aktiv zu werden. Man kann nicht einfach irgendjemanden anschreiben, sondern muss sich tatsächlich am gleichen Ort befinden. Die Geschäftsführer stellen ihre seit Januar kostenlos erhältliche App in Clubs, Bars und auf Facebook vor. Kurt ist sicher: „Das wird einen richtigen Schwung erleben.“ Das ein oder andere Pärchen hat sich auf diese Weise auch schon gefunden, erzählt der digitale Amor stolz.

 

Text: Sophie Radix / Foto: Till Neumann

 

 

 

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www.facebook.com/CheckME.im
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