Mordsdrama in der Brauerei

Als Oberbraumeister Sachs am Montagmorgen eine untergärige Leiche aus Braukessel Nummer 3 zieht, sind Polizei und Belegschaft ratlos. Wer bitte sollte ein Motiv haben, den pensionierten Buchhalter und Hobbyhistoriker Böckler zu ermorden? Mitten in die verfahrenen Ermittlungsarbeiten stolpert Ex-Journalist Alfred, der von Böckler kurz vor dessen Tod angeheuert wurde, die Firmenchronik der Rothausbrauerei zu schreiben. – Ein echter Glücksfall für den arbeits- und führerscheinlosen Oberchaoten, der gerade von seiner bärbeißigen Zimmerwirtin vor die Tür gesetzt wurde.

Alfred vertieft sich in Böcklers Akten und stößt dank Kommissar Zufall und viel Dreistigkeit auf eine heiße Spur, die zurück bis zu dramatischen Geschehnissen während der Badischen Revolution führt. Doch noch jemand ist hinter den alten Dokumenten her, und so gibts bald den nächsten Toten …

Buch-Cover "Bierleichen"
Ein locker-flockiger Anti-Held, augenzwinkernde Bezüge auf Region und Prominenz, dazu etwas Historie und Liebelei – wer an dieser Mixtur Spaß hat und sich nicht am Weibchen-Frauenbild stört, der ist mit Roland Weis‘ sechstem Schwarzwaldkrimi gut unterhalten. Für detektivische Krimileser ist der Plot allerdings schlicht und absehbar – es sei denn, man kippt dazu ‘nen Kasten Tannenzäpfle …

Text: Marion Klötzer

Roland Weis
Bierleichen
304 Seiten
Sternwaldverlag, 2013
10,80 Euro