Irgendwann in den 1960er Jahren kreuzen sich in Freiburgs villenreichstem Stadtteil Herdern die Wege von Paul und Alexander. Nicht ungewöhnlich: Die Häuser, die sie bewohnen, sind nur durch eine niedrige Hecke gegeneinander abgegrenzt. Doch diese Grenze ist unüberwindlich: Unternehmersohn und Gymnasiast Alexander lebt wohlbehütet in einer großzügigen Villa, Lehrling Paul völlig auf sich allein gestellt in einem Mehrbettzimmer im Eisenbahner-Waisenhaus nebenan. Zwischen diesen Welten gibt es keine Brücke, nur Abschottung – seitens der Villenbewohner.

 

Also beachten sich die beiden Jungs auch nicht groß, insgeheim allerdings beobachten sie sich ständig. Und jeder entdeckt im anderen das, was ihm zu fehlen scheint –  und neidet es ihm.

 

Auch als sie im Zuge der 68er Proteste gegen die Straßenbahn-Fahrpreiserhöhungen am Bertoldsbrunnen schließlich eine Brücke zueinander finden, bleibt der Graben spürbar. Zwar werden sie im Zuge ihrer zunehmenden, maoistisch geprägten Politisierung dann zu Rebellen-Freunden, doch ihre Rivalität besteht untergründig weiter. So trennen sich ihre Wege wieder …

 

Ein spannendes, gut lesbares Stück Freiburger Zeitgeschichte aus einer ungewöhnlichen Perspektive. Schorlau gelingt der Spagat zwischen Fiktion und Authentizität.

 

Text: Erika Weisser

 

Cover_Rebellen

 

 

 

 

Wolfgang Schorlau

Rebellen

336 Seiten, gebunden

Kiepenheuer & Witsch 2013

Preis: 19,99 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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