Hätte Shakespeare „Cookasa“ gekannt, er hätte es gemocht, stellte er doch einst fest: „Geselliges Vergnügen, muntres Gespräch muss einem Festmahl die Würze geben.“ Denn genau darum geht es bei der Küchenparty, bei der am 22. März bereits zum zweiten Mal in Freiburg die Töpfe glühen. Bis zu acht Menschen entern eine Küche, schnippeln und brutzeln was das Zeug hält, verputzen danach das Drei-Gänge-Menü und lernen sich so im Topfumrühren kennen.

 

Möglich machen es das Internet. Und zwei Hamburger Studenten, die im November 2011 fanden, dass es nach Carsharing und Couchsurfing mal Zeit wird, auch die Küche zu teilen. Einer von ihnen ist André Wollin, der mittlerweile in mehr als zehn Städten regelmäßige Kochevents organisiert. In seiner facebook-Gruppe haben sich innerhalb weniger Wochen die ersten hundert Menschen zusammengefunden. Die sechs Plätze für den ersten Kochabend in Hamburg waren innerhalb von fünf Minuten weg. „Wir waren total erstaunt“, sagt der 32-Jährige, „mit solch einer Resonanz haben wir nicht gerechnet.“

 

Andre Wollin, Cookasa

André Wollin (li.) mit zwei Mitstreitern von Cookasa.

 

Dass nun auch die Freiburger in fremden Töpfen rühren können, haben sie jedoch nicht Wollin, sondern einer begeisterten Freiburgerin zu verdanken. Silke Moosmann ist zufällig auf die Seite gestoßen und hat bei „Cookasa“ einen Kochabend in Freiburg angefragt. „Wir fanden eigentlich, dass Freiburg zu klein ist“, erklärt Wollin seine anfängliche Zurückhaltung, „doch Silkes Euphorie schwappte durch ihre E-Mail zu uns rüber.“ Und so kochten bei der Premiere im Januar 35 Freiburger parallel in fünf Küchen. Zum Vergleich: Selbst Wollins größter Event hat es bisher „nur“ auf 47 Köche gebracht.

 

Auch in Moosmanns Küche standen an diesem Abend sieben Leute – mit gefüllten Einkaufstaschen, bereit die Messer zu wetzen. „Ich war schon aufgeregt“, gesteht die Hobbyköchin, „man weiß ja nicht, was einen erwartet.“ Zumindest, dass eine Vegetarierin in der Gruppe ist, war von Anfang an klar, so dass an diesem Abend Rucola mit Ziegenkäse, überbackene Aubergine und Beeren-Crumble auf dem Rezeptblock standen.

 

Moosmanns Fazit: Ein harmonischer Abend mit einer tollen Gruppe. Laut Wollin ist das fast immer so, und er muss es wissen – bei rund 70 Kochabenden war er bisher dabei. „Ich treffe in jeder Runde spannende Leute“, erzählt er. Es sei sogar schon vorgekommen, dass ein Student am Herd auf einen Unternehmer traf und hernach einen neuen Job hatte.

 

kochen bei Cookasa

 

Auch für Wollin könnte sein Hobby bald zum Job werden. Bis jetzt verdient er an der Plattform nichts, doch er und seine mittlerweile drei Partner überlegen, durch Kooperationen mit der Kochartikelbranche oder einem Online-Supermarkt die Kochevents lukrativ zu machen. Für die Hobbyköche würden sich dadurch keine Nachteile ergeben, im Gegenteil: „Wir wollen die Homepage nicht durch Werbung in eine blinkende Las-Vegas-Seite verwandeln“, so Wollin, „stattdessen könnte es für die Teilnehmer eine Pfanne oder ein neues Getränk zum Testen geben. Eine Win-Win-Situation für beide Seiten.“

 

Der nächste Freiburg-Kochabend ist am 22. März

Infos und Anmeldung: www.cookasa.com

 

So geht’s:

  • anmelden
  • am Tag vorher erfahren, ob in der eigenen oder einer fremden Küche gekocht wird
  • mit einem festen oder zufälligen Teampartner einen Gang planen und einkaufen gehen
  • zusammen mit bis zu sieben Leuten ein Drei-Gänge-Menü kochen
  • die Kosten für die Zutaten werden auf alle außer dem Küchenbesitzer umgelegt

 

Text: Tanja Bruckert

Fotos: Cookasa