Die Gespräche mit der Landesregierung und dem Rektorat der Universität über ein Literaturhaus im Unigebäude Ecke Werderring und Belfortstraße sind positiv gelaufen. „Ende April sind wir von der Uni informiert worden, dass alles im grünen Bereich ist. Im Frühjahr 2015 werden wir also das Freiburger Literaturhaus eröffnen können“, sagt Kulturbürgermeister Ulrich von Kirchbach. „Ich freue mich sehr auf die Zukunft, wir verstehen das auch als Anerkenntnis unserer Arbeit“, so Stefanie Stegmann, Chefin im Freiburger Literaturbüro, das noch in deutlich kleineren Räumen im Kommunalen Kino (Koki) logiert.

Das Gebäude Ecke Werderring und Belfortstraße.
Es ist ein Haus mit großer Vergangenheit, in das die Literatur einziehen wird. So lebte keine Geringere als Gertrud Luckner (1900–1995), Freiburgs berühmte Widerstandskämpferin gegen die Nazis, einst in dem Gebäude, das 1882 erbaut und 1906 zum Parkhotel Hecht umgebaut worden war. Namensgeber ist Lorenz Werthmann (1858–1921), der am 9. November 1897 in Freiburg den weltweit ersten Caritasverband gegründet hatte. Von 1924 bis 1969 residierte hier der deutsche Caritasverband. Dann kaufte die Uni die Liegenschaft und nutzte sie für geisteswissenschaftliche Fakultäten.

Geist trifft Geist möchte man formulieren, wenn in diesen Mauern auf 400 Quadratmetern das Literaturhaus öffnet. Dem Rathaus wird die Literatur immer wichtiger: Während die Zuschüsse 2008 noch bei 34.000 Euro lagen, klettern diese im kommenden Jahr auf 86.500. Dann hat Stegmann auch ganz offiziell, also anständig bezahlt, eine ganze Stelle. Und Ann-Christin Bolay immerhin eine halbe. Auch die Miete wird sich deutlich erhöhen: Bisher trägt die Stadt die 5750 Euro, künftig könnte es das Zehnfache sein. „Die Details müssen wir noch klären, etwa wer die Umbauten finanziert, was sich auf die Miete auswirkt“, erklärt von Kirchbach. Die Uni, allen voran Vizerektor Heiner Schanz, habe im Literaturhaus an dieser Stelle jedenfalls schnell einen Gewinn gesehen. Und das meine er keineswegs finanziell.

Bei der Eröffnung wird irgendjemand sagen, dass es eine schwere Geburt war. Aber eine, die es der Literatur in Freiburg viel leichter macht, viel Publikum zu finden.

Text & Foto: Lars Bargmann