Seit einem Monat serviert der seit drei Jahren in Freiburg lebende Israeli Edo Medicks hausgemachten Hummus im Atrium am Augustinerplatz. Das vegane Gericht nach Großmutters Rezept soll nicht nur Veganer und Vegetarier, sondern auch Fleischliebhaber ansprechen. Ob es das tatsächlich kann, hat chilli-Volontärin Tanja Bruckert getestet.

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„Hummus? Ist das nicht dieser braune Brotaufstrich?“, meine Essensbegleitung und ich schauen uns ratlos an und beschließen, vor dem Imbissbesuch noch schnell das Internet zu Rate zu ziehen. „Eine orientalische Spezialität, die aus pürierten Kichererbsen, Sesam-Mus, Olivenöl, Zitronensaft, Salz und Gewürzen hergestellt wird“, klärt uns Wikipedia auf. „Okay, und dazu gibt es dann ein leckeres Steak“, meint mein fleischfressender Begleiter hoffnungsvoll. Ich kann seinen Optimismus nicht teilen, bin aber – da ich nicht alleine essen gehen will – lieber ruhig.

Ich soll Recht behalten, zwar ist die Speisekarte, die vor der Selbstbedienungstheke von Edos Hummus Küche aufgebaut ist, nicht rein vegetarisch – ein Steak lässt sich jedoch nicht finden. Hummus ist hier tatsächlich die Hauptspeise (4,80 Euro), die mit Beilagen wie Gemüsecurry, Pilzen oder Hackfleisch (je 1,50) garniert wird und zu der es entweder Taboulé oder israelischen Salat (je 3) gibt. Wir entscheiden uns zunächst skeptisch für eine gemeinsame Portion Gemüsecurry-Hummus mit Salat (als Menü 7,50) und damit für das laut Medicks einzige Gericht, das wir so in seiner israelischen Heimat nicht bekommen würden.

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„Meine Frau hat einmal das Gemüsecurry vom Vortag über den Hummus gekippt“, erläutert Medicks wie er auf die Kombination gekommen ist, „ich fand das zuerst verrückt, musste dann aber zugeben, dass es sehr lecker ist.“ Eine Bewertung, der auch wir uns bereits nach den ersten Bissen anschließen. Der cremige Humus nach Rezept von Medicks Großmutter, kombiniert mit dem würzigen, lauwarmen Curry und mit reichlich Olivenöl begossen, ist fantastisch. Dazu gibt es ofenwarmes Fladenbrot zum Stippen und ein im wahrsten Sinne des Wortes bunter Salat aus Tomate, Gurke, Karotte und Paprika mit allerdings sehr puritanischem Essig-Öl-Dressing.

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Bunt, aber puritanisch – eine Beschreibung die ebenso auf den Salat wie auf die Einrichtung zutrifft. Wer noch ein Bild des japanischen Vorgängerrestaurants vor Augen hat, in dem Sushirollen in kleinen Booten einen Wasserkanal entlanggeschippert sind, muss sich auf eine radikale Umstellung gefasst machen. Jetzt stehen auf kahlem Betonboden Bierbänke und -tische, die Wände sind bunt und mit Oliven bemalt, gegessen wird von Papptellern und mit Holzgabeln. Für ein romantisches Dinner ist Edos Hummus Küche sicherlich der falsche Ort, für einen preiswerten, frischen Imbiss ist man hier jedoch goldrichtig. Ein Imbiss, an dem selbst Fleischliebhaber Gefallen finden können.

www.TheHummusCorner.com

Foto: Tanja Bruckert