Da sind die beiden chilli-Autoren Dominik Bloedner und Benno Burgey mit ganz breiter Brust in den Freiburger Osten geradelt – dorthin, wohin sie es sonst nur zu den Heimspielen des SC Freiburg und, wenn das Lorettobad geschlossen hat, allenfalls zum Baden verschlägt. Platzrekord sollte mindestens drin sein. Eine Runde unter 25 oder 30 Schlägen? Ehrensache.

 

Dachten sie sich zumindest. Schließlich sind sie auf ihrer Stamm-Minigolfbahn im Freiburger Westen, in Landwasser, die selbst ernannten Platzhirsche und fahren in ganz Südbaden und in der benachbarten Schweiz stets respektable Ergebnisse ein, wenn sie mit ihrem eigenen Schläger und einem bunten Sortiment an Bällen dort aufschlagen.

chilli-Autor Dominik Bloedner versucht sein Glück …

 

Also, mal den Neuen vom Fun-Strand am Strandbad zeigen, was ein geschmeidiger Hole-in-one ist. Doch dann ist alles etwas anders gekommen. Und Schuld waren weder das Tannenzäpfle, das die beiden beflissenen Betreiber Jimmy Czerwinski und Robert Vozar den ehrgeizigen Sportsfreunden kredenzt haben, noch der riesige Bernhardinerhund namens Hilde am Kiosk – der eher kuschelig als einschüchternd ist. Doch der Reihe nach.

 

Seit Ende August hat Freiburg eine neue, die nun fünfte Minigolfbahn. An der äußersten Ecke des Freibades neben der beschaulich plätschernden Dreisam und manchmal recht lauten Nordtribüne ist auf knapp 3000 Quadratmetern eine Piraten-Delfine-Meerjungfrauen-Spaßanlage entstanden. Zwei Monate haben Vozar und Czerwinski geschuftet und 18 charmante Bahnen ersonnen. Dass das Green aufgrund der Wassernähe leuchtend blau sein musste, liegt auf der Hand. Gespielt wird auf Kunstrasen, nicht auf Beton (Landwasser) oder Eternit (Anlage am Seepark). Und auch nicht auf Bahnen im eigentlichen Sinne, sondern auf mitunter recht holprigem und steilen Geläuf. Was wiederum beabsichtigt ist – und nicht minder lustig sein kann.

… Ralf Welteroth beobachtet  ihn dabei mit kritischem Blick.

 

„Ich bin mir sicher, dass es in der Region keine vergleichbare Minigolfanlage gibt“, sagt Czerwinski. Womit er Recht hat. Der Mann mit der Punkfrisur und den Lachfalten ist ein alter Hase in Sachen Bespaßung: Seine „Fun Compagnie“ in der Lokhalle auf dem Güterbahnhof richtet Hochzeiten, Firmenfeiern oder Geburtstage aus, besorgt hübsche Locations und verleiht Attraktionen wie ein Old-School-Karussell, Hüpfburgen, Kletterwände oder Kindereisenbahnen. Das Kind im Manne entdecken auch die beiden chilli-Golfer. Da sind im Boden eingelassene Rettungsringe oder Seeungeheuer, die umspielt werden wollen, da sind Leuchttürme, Möwen, Schildkröten, Haie, und da ist der Kapitän mit seiner Pfeife, der die Meerlandschaft betrachtet.

 

An jeder Bahn steht ein Ölfass samt Karibik-Sonnenschirm, einen festen Abschlagpunkt gibt es nicht. Bald kommt elektrischer Strom, dann kann im Strandbad sogar bei Dunkelheit gegolft werden. „Wir planen Mitternachts-Golf, Weihnachts-Golf, Single-Golf“, so Czerwinski.

 

Und die beiden Autoren? Die hatten ihren Spaß und sind auf die schiefe Bahn geraten. Die eigene Zielvorgabe war dann doch etwas zu ambitioniert, das Ergebnis lag … die genauen Zahlen weiß nur Hilde.

 

Text: Dominik Bloedner & Benno Burgey / Fotos: chilli

 

Info & Kontakt

Minigolf am Strandbad, Schwarzwaldstraße 195: Geöffnet bei entsprechendem Wetter montags bis freitags von 14 Uhr bis Einbruch der Dunkelheit, am Wochenende und an Feiertagen ab 10 Uhr, Erwachsene 5,50 Euro, Kinder 4,50 Euro, Strandbadbesucher 3,50 Euro, Tel.: 07 61 / 58 06 27
www.facebook.com/funstrand, www.fun-compagnie.de