Die Baugenossenschaft Familienheim Freiburg hat im vergangenen Jahr 12,5 Millionen Euro in alte und neue Immobilien investiert und dabei noch 2,75 Millionen Euro Gewinn gemacht. Die Vorstandschefin Anja Dziolloß sprach bei der Vorlage einer guten Bilanz (siehe Infobox) aber auch von einer „extrem hohen“ Nachfrage nach Wohnraum und einer ebenso „extremen“ Suche nach neuen Grundstücken.

 

Aus Ziegeln gebaut: Neubau Meckelhof 13 am Seepark.

 

Neu in den rund 2700 Wohnungen zählenden Bestand kam 2016 das in Ziegelbauweise erstellte Gebäude Meckelhof 13, das 3,2 Millionen Euro gekostet hat. Die Baupreise lagen dort – mit Grundstücksanteil – bei 3000 Euro pro Quadratmeter. „Die gesetzlichen Vorgaben, aber auch die kommunalen sind Preistreiber“, sagte Dziolloß.

 

Preisdämpfend hingegen wirkt die Freiburger Erzdiözese, die die Quadratmeter-Mieten (im Schnitt rund 10 Euro) in 6 der 13 Wohnungen mit 1,50 Euro fördert. Auch beim aktuell im Bau befindlichen Gebäude an der Ecke Tal- und Falkensteigstraße wird die Erzdiözese aus ihrem Programm „Bezahlbares genossenschaftliches Wohnen Baden“ 9 der 13 Wohnungen bezuschussen. Hier investiert die Familienheim rund drei Millionen Euro.

 

Nach der Premiere des Ziegelgebäudes bauen die Genossen zudem derzeit am Spittelacker im Mooswald für 1,9 Millionen Euro erstmals auch ein dreigeschossiges Holzhaus mit sechs Wohnungen – als Effizienzhaus 55. Eine kürzere Bauzeit, ein gutes Raumklima sowie die Nachhaltigkeit bildeten den Boden für den „Holzweg“. Zudem steht noch ein Neubau in Emmendingen mit sechs Einheiten auf der Agenda von Dziolloß und ihrem Vorstandskollegen Alexander Ehrlacher.

 

In den eigenen Bestand steckte das Duo insgesamt 9,1 Millionen Euro, allein in Landwasser (Auwaldstraße) 5,7 Millionen. Damit ist dort das gesamte Quartier einmal runderneuert worden. Die nächste Sanierung steht nun an der Charlottenburger Straße in Bischofslinde an, wo die Familienheim in diesem Jahr mit der Modernisierung von 108 Wohnungen startet.

 

Rund 20 Millionen Euro nahm das Unternehmen im vergangenen Jahr ein, 16,4 Millionen Euro stammen aus den Mieten. Viel eigenes Flächenpotenzial für mehr Mieterlöse hat die Genossenschaft in Freiburg aber nicht: Einzig im geplanten Baugebiet Zinklern in Lehen gibt es noch 6300 Quadratmeter. Hier gestaltet sich aber das Aushandeln eines städtebaulichen Vertrags zwischen Eigentümern und Stadtverwaltung offenbar etwas schwierig. Pro Quadratmeter müssten die Begünstigten der Planung mit Kosten von bis zu 250 Euro pro Quadratmeter Wohnraum kalkulieren. „Wir würden uns wünschen, wenn wir aufgrund unserer preiswerten Mieten bei der Vergabe von kommunalen Grundstücken entsprechend berücksichtigt werden“, appellierte Dziolloß an die Politik. Ins Bauträgergeschäft werde man indes nicht einsteigen.

 

Die Durchschnittsmiete lag im vergangenen Jahr bei 6,91 Euro, wird zwar im laufenden Jahr steigen, aber, so Ehrlacher, nicht so sehr wie der Mietspiegel, der um 50 Cent auf 8,25 Euro zugelegt hat. Der Mitgliederzuwachs ist derweil ungebrochen: Seit 2007 wuchs die Genossenschaft um 3000 Menschen. Die Zahl neuer Wohnungen im selben Zeitraum liegt haushoch darunter.

 

4500 der mehr als 8000 Mitglieder wohnen in den 2700 eigenen Wohnungen. Von den restlichen 3500 sind etwa die Hälfte nur am Sparen und den jährlich ausgeschütteten, vierprozentigen Dividenden interessiert. Die anderen müssen sich zwei bis fünf Jahre gedulden, um bei den Genossen unters Dach zu schlüpfen.

 

Text: Lars Bargmann / Foto: © Familienheim

 

Die Bilanz in Zahlen (Veränderung zu 2015)

 

Bilanzsumme: 158,3 Mio. € (+ 5,1 Mio.)
Umsatzerlöse: 20,1 Mio. € (+ 0,5 Mio.)
Investitionen: 12,5 Mio. € (- 2,6 Mio.)
Eigenkapital: 61,2 Mio. € (+ 2,6 Mio.)
Überschuss: 2,75 Mio. € (+ 0,8 Mio.)
Mitglieder: 7963 (+ 401)
Spareinrichtung: 38,6 Mio. € (+ 0,8 Mio.)