Oberbürgermeister Dieter Salomon und Maria Salvamoser haben am Sonntag in der Freiburger Solarfabrik den hochdotierten Georg-Salvamoser-Preis überreicht. Den Hauptpreis (40.000 Euro) erhält die Agrokraft GmbH für die standardisierte Gründung von Energiegenossenschaften. Sonderpreise (je 5.000 Euro) gingen an die Freiburger Schülerfirma Scolaire und den Nebenerwerbslandwirt Johannes Rösch aus Oberried. Der 2009 verstorbene Salvamoser hatte die Solar-Fabrik selber gegründet.

Strahlende Gewinner: Die Preisträger in der Solar Fabrik. Foto: www.georg-salvamoser-preis.de

 

“Seinen Ideen und seinem unternehmerischen Engagement verdanken wir, dass Freiburg sich zu einem führenden Standort der Solarwirtschaft entwickeln konnte“, lobte Salomon den Solarpionier Salvamoser. Maria Salvamoser dankte der Stadt Freiburg für die hervorragende Zusammenarbeit und den Sponsoren für ihre großzügigen Spenden, die den Georg-Salvamoser-Preis erst möglich machten, darunter vor allem die Solar-Fabrik AG, das Fraunhofer ISE, die Stiftung Viamedica Prof. Dr. Franz Daschner, der Wirtschaftsverband 100% GmbH und die Agentur triolog.
In seiner Festrede hob Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker hervor, dass es angesichts fortschreitender Klimaveränderungen das Gebot der Stunde sei, die Entwicklung des Wohlstandes von der Entwicklung der CO2-Emissionen endlich zu entkoppeln: „Deutschland kann hier Vorreiter sein“. Die Träger des Georg-Salvamoser-Preises, Michael Diestel und Matthias Klöffel von der Agrokraft GmbH, Neustadt/Saale, machten im Interview mit dem Moderator Dr. Franz Alt deutlich, dass genügend Geld in der Gesellschaft vorhanden sei, um die Energiewende zu finanzieren: Allein in ihrem Landkreis Rhön-Grabfeld (84.000 Einwohner) betrage die jährliche Geldvermögensbildung 125 Millionen Euro. Das gesamte Geldvermögen im Jahre 2009 betrage 4,4 Mrd. Euro. Wenn diese Summen über Genossenschaften verstärkt in erneuerbare Energieprojekte investiert werde, bleibe das Kapital dem regionalen Wirtschaftskreislauf erhalten, so die Träger des mit 40.000 Euro dotierten Hauptpreises.
In einer anschließenden Video-Grußbotschaft beglückwünschte der ehemalige Umweltminister Klaus Töpfer die Jury für ihre gute Entscheidung: „Mit Energiegenossenschaften haben die Bürger die Chance, wieder selbst mit Hand anzulegen bei der Gestaltung von Energieerzeugung und Energieverbrauch.“ Sonderpreisträger Johannes Rösch, Ingenieur und Nebenerwerbslandwirt aus Oberried, unterstrich im Gespräch mit Franz Alt die Bedeutung der Landwirte beim Umbau der Energieversorgung auf 100 Prozent erneuerbare Energien: „Die Landwirte haben Raum und Platz, und sie sind technisch versiert, um die Technologien anzuwenden und zu betreiben.“ Simone Lapp und Hildegard Bayerlander-Thoman von der ebenfalls mit einem Sonderpreis ausgezeichneten Schülerfirma kündigten an, als nächstes ein Windenergieprojekt zu realisieren, gemeinsam mit der Partnerschule in der Freiburger Partnerstadt Besançon (Frankreich).