Qualität vor Quantität: Im Gewerbepark Breisgau steht nicht mehr der Verkauf großer Flächen im Vordergrund, sondern die Verbesserung der Infrastruktur. Das erklärte Park-Chef Markus Riesterer unlängst vor Journalisten. Das Jahr 2014 schloss die Parkgesellschaft mit einem Gewinn von 1,8 Millionen Euro ab.

 

Dort, wo bis 1994 noch das Aufklärungsgeschwader »Immelmann« seine Heimat hatte, wurden seither rund 106.000 Hektar oder 150 Fußballfelder an Unternehmen verkauft. Bei Quadratmeterpreisen zwischen 60 und 70 Euro sei der Park kein »Billigheimer«, sagt Riesterer. Die umliegenden Gemeinden böten Flächen auch mal deutlich günstiger an. Der Schuldenberg ist von ursprünglich 22,5 Millionen auf 130.000 Euro abgetragen – bei zwei Millionen Euro Rücklagen nur noch ein steuerlicher Wert. Im Jahr 2004 arbeiteten rund 600, jetzt schon mehr als 2000 Menschen im Gewerbepark. 2020 sollen es 2200 sein. »Das Ziel, die 1500 militärischen und zivilen Stellen der Immelmänner auszugleichen, haben wir jetzt schon übertroffen«, erzählt Riesterer.

Trägt den Park nicht nur im Namen: Der Gewerbepark Breisgau schreibt weiter an seiner Erfolgsgeschichte. Heute schon mehr Arbeitsplätze als zu Zeiten des Fliegerhorst Immelmann.

 

2014 hat der Park viereinhalb Hektar für drei Millionen Euro verkauft. Riesterers Hauptaugenmerk geht nun, da es aktuell überhaupt nur noch 14 Hektar gibt – 18 Hektar will er noch zukaufen – auf den Abbruch der restlichen militärischen Altlasten (2,7 Millionen Euro), den Ausbau des von der TREA gespeisten Nahwärmenetzes (1,7 Mio.) und die Breitbandversorgung (2,6). Schon Ende kommenden Jahres sollen alle Grundstücke eine Glasfaser haben. Zudem stünden nach 20 Jahren nun die ersten Straßensanierungen an sowie eine noch bessere Busanbindung. Insgesamt 53 Millionen Euro sind in den vergangenen Jahren in den Ausbau investiert worden.

 

Die Stadt Freiburg hat ein Grundstück für die Segelflieger reserviert, die dem Stadionneubau des SC auf dem Freiburger Flugplatz weichen müssen. Ob sie kommen, ist aber fraglich. Nach bib-Informationen ist ein zweites Areal mit Gleisanschluss für die Badische Flüssiggas GmbH optiert, die vom Freiburger Güterbahnhof umsiedeln könnte. Hier gibt es aber offenbar gar keine Fortschritte in den Verhandlungen zwischen der aurelis Real Estate und der BFG. Der Plan droht zu scheitern.

 

Die Mitglieder des Zweckverbands Gewerbepark Breisgau (elf Kommunen und der Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald, darunter mit 30 Prozent die Stadt Freiburg als größte) bekamen im vergangenen Jahr 550.000 Euro ausgeschüttet, die Park-GmbH machte insgesamt 1,8 Millionen Euro Gewinn. Für 2015 sind bereits weitere 400.000 Euro überwiesen. Womöglich wäre den kommunalen Kämmerern in dieser Hinsicht dann doch die Maxime Quantität vor Qualität lieber.

 

Text: Lars Bargmann / Foto: Gewerbepark Breisgau/Oliver Münzer, Swing Europe