Während Wolfgang Amadeus Mozart bereits an der Zauberflöte arbeitete, nahm er noch einen offiziellen Auftrag für eine Opera seria an: La Clemenza di Tito. Es sollte seine letzte Oper sein, die er noch in seinem Todesjahr 1791 komponierte. Die Opéra national du Rhin zeigt diese “ernste Oper” nun in Straßburg und Mulhouse.

 

Auch „ernste Oper“ genannt, steht dieser Opernstil im kompletten Gegensatz zur in Mozarts Zeiten gängigen „komischen Oper“. Einmal mehr zeigt Mozart, dass er sich nicht von Epochen oder Stilrichtungen einengen lässt und nimmt sich dieser veralteten Gattung an, die ihre Blütezeit bereits ein halbes Jahrhundert zuvor überschritten hatte. Paradoxerweise sollte sie damit der Romantik den Weg bahnen.

 

1_Clemenza-di-Tito-OnR_PhotoAKAISER_DSC_4855

 

Regisseurin Katharina Thoma befasst sich in ihrer Inszenierung vor allem mit der Sonderstellung der Mächtigen – mit all ihrer Verantwortung aber auch ihrer Einsamkeit.
Die Geschichte: der römische Kaiser Titus, für den die Tugenden der Großmut und Großzügigkeit in der Kunst des Regierens entscheidend sind, erfährt, dass sein langjähriger Jugendfreund Sextus eine Verschwörung gegen ihn plant und ihn umbringen will. Dieser handelt jedoch nur im geheimen Auftrag von Vitellia, deren Vater einst von Titus’ Vater Vespasian vom Thron gestoßen wurde. Sextus’ vermeintlicher Verrat an Titus zwingt ihn zu einer schweren Entscheidung: Mitleid und Gnade für Sextus oder doch der Tod?
„La Clemenza di Tito“ ist – ganz nach Mozarts Art – reich an Emotionen, Spannung und Intrigen. Die Regisseurin stellt die Frage von Autorität, Schuld und deren Konsequenzen in den Vordergrund: Ist es eine Leistung, wenn ein Herrscher einem potenziellen Attentäter verzeiht? Oder ist es eigentlich nicht eine größere Leistung, dem Verbrecher die Möglichkeit zur Sühne seiner Schuld zu geben, damit er sich wieder in die Gesellschaft eingliedern kann.
Die Protagonisten der Geschichte sind Benjamin Bruns (Tenor) als Titus, Jacquelyn Wagner (Sopran) als Vitellia und Stéphanie d´Oustrac (Mezzosopran) als Sextus. Die musikalische Leitung des Stücks übernimmt Dirigent Andreas Spering, in Zusammenarbeit mit dem Chor der Opéra National du Rhin und dem Symphonieorchester von Mulhouse. Die künstlerische Inszenierung stammt von Regisseurin Katharina Thoma.

 

La Clemenza di Tito
Oper, Straßburg
Dienstag., 17.2., 20 Uhr

 

Weitere Vorstellungen: 19. und 21. Februar um 20 Uhr in der Straßburger Oper, 6. März um 20 Uhr und 8. März um 15 Uhr in La Filature in Mulhouse.

 

Gewinnspiel: Wir verlosen 2×2 Karten für die Aufführung am 6. März in Mulhouse. Wer gewinnen möchte, schickt eine E-Mail mit dem Betreff “La Clemenza di Tito” an gewinnspiel@chilli-freiburg.de