Der Freiburger Immobilienmarkt ist auch 2015 von einem Angebotsengpass geprägt. Die jüngsten Bevölkerungsprognosen zeigen, dass die kleine Großstadt im Südwesten in den nächsten 20 Jahren weiter stark wachsen wird. Bis aber ein neuer Stadtteil baulich in Angriff genommen werden kann, werden noch viele Jahre vergehen. Die Gisinger Gruppe hat ihre Hausaufgaben in den vergangenen Jahren gemacht: Im Quartier Vauban und in Haslach, in Herdern und in Staufen kommen jetzt neue Projekte auf den Markt. „Wir haben aktuell einiges im Angebot und freuen uns, dass wir für unsere Architektur gelobt werden“, sagt Geschäftsführer Jörg Gisinger.

 

Gelobt worden sind die Gisingers unlängst etwa auch vom Gestaltungsbeirat der Stadt Freiburg für die sehenswerten Entwürfe (Architektur: Büro Eble Tübingen, Landschaftsarchitekt: Dreiseitl Überlingen) der Neubebauung an der Uffhauser Straße in Haslach. Hier baut Gisinger in drei Abschnitten bis 2018 rund 110 neue 2-, 3- und 4-Zimmer-Wohnungen. Demnächst wird der Bauantrag eingereicht. Das kann man als gelungene Innenentwicklung verstehen.

Bauprojekt an der Uffhauserstraße.

 

Auch im Stadtteil Vauban besticht Gisinger mit prämierter Architektur (Büro Schaller Stuttgart). An der Ecke Wiesental- und Merzhauser Straße entstehen als Schlussakkord schon bald die Häuser V 6 und V7. Auch hier kommt frischer Wohnraum (kleinere Wohnungen mit bis zu 3 Zimmern) auf den Markt – sowie gut 3500 Quadratmeter Gewerbeflächen. Spatenstich vermutlich im September.

 

Etwas länger dauern wird es, bis es auf dem Caritas-Areal zwischen Habsburger, Jacobi und Wölfflinstraße losgeht. Rund 140 neue Wohnungen will Gisinger hier erstellen – und gleich noch einen neuen Firmensitz dazu. Auf einem Drittel des Areals investiert der Deutsche Caritasverband in Mietwohnungsbau, auf der restlichen Fläche baut das Unternehmen Eigentumswohnungen sowie ein Büro- und Geschäftshaus. Entlang der Habsburgerstraße entstehen Ladenflächen. „Wir machen aktuell einen Wettbewerb mit 15 Planungsbüros und sind sicher, auch hier eine architektonisch attraktive Lösung zu finden“, sagt Gisinger, der – wie beim Projekt V8 – auf kleinteilige Fassaden setzt. Am 19. März tagt das Preisgericht. Für Diskussionen sorgte einzig der mögliche Abriss des 1777 erbauten „Amerikahauses“. Nach chilli-Informationen ist der Altbau nicht denkmalgeschützt und die Bezüge zu Amerika sind auch eher dürftig.

 

Für wen Freiburg keine Bedingung ist, der könnte sich auch fürs jüngste Gisinger-Projekt im schönen Staufen interessieren, wo die Freiburger am Stadtrand Richtung Grunern auf dem Gelände der Gärtnerei Wiesler 50 hochwertige Wohnungen in fünf neuen Gebäuden mit Attikageschossen, begrünten Dächern und einer großen Tiefgarage planen.

Gisinger setzt städtebauliche Akzente.

 

Die Gisinger Gruppe hat aber auch auf fremdem Geläuf Erfolg: So zeichnet das Traditionsunternehmen zusammen mit 15 Gemeinden im Hochschwarzwald für das neue Tourismusprojekt „Kuckucksnester – Design Apartments Hochschwarzwald“ verantwortlich. Bis zur Sommersaison sollen es schon rund 40 Ferienwohnungen sein, die alle hochwertig ausgestattet sind und von der Innenarchitektin Ingrid Buron de Preser designt wurden. Im Übernachtungspreis (ab 89 Euro) ist die sehr erfolgreiche weil angebotsstarke Hochschwarzwald-Card gleich mit drin. Und vielleicht gibt es in den nächsten Jahren ja auch im Hochschwarzwald mal ein Bauprojekt aus dem Hause Gisinger. Wo von einem Angebotsengpass derzeit nichts zu sehen ist.

 

Text: Lars Bargmann / Visualisierungen: Gisinger Gruppe