Der Sulzburger Rauchwarnmeldespezialist Hekatron hat am 4. März in Berlin beim Wettbewerb „Great Place to Work, Deutschlands Beste Arbeitgeber 2015″ gleich zwei Preise eingeheimst. Sowohl die Hekatron Technik GmbH mit 354 Beschäftigten als auch die Vertriebs GmbH mit 256 Mitarbeitern wurden ausgezeichnet. Schon 2013 hatten die Sulzburger zweifach gewonnen, 2011 und 2009 war es jeweils der Vertrieb. „Da der Großteil der Wertung durch anonyme Mitarbeiterbefragungen zustande kommt, sind wir stolz auf uns und auf unsere Mitarbeiter“, sagt Personalchef Matthias Lehmann.

Das frohe Hekatron-Trio Andreas Seltmann, Matthias Lehmann und Technik-Geschäftsführer Michael Roth (v.l.n.r.).

 

Ferienbetreuung, flexible Arbeitszeiten, Vereinbarkeit von Beruf und Lebensumfeld, Duschhandtuchservice, besondere Angebote für Radfahrer oder älter werdende Beschäftigte – die Liste der mitarbeiterfreundlichen und -fördernden Themen ist lang. Schwer in eine Liste oder Tabelle einzutragen ist indes das noch Wichtigere: „Wir sehen in erster Linie den Menschen, für uns sind sie eben kein Humankapital, sondern elementarer Bestandteil des Unternehmenserfolgs“, sagt Lehmann.

 

Er selbst lebt es vor: Am 6. März stand er morgens um 5.30 Uhr vorm Werkstor und verabschiedete die Nachtschicht. Alle 700 Beschäftigten, darunter derzeit 36 Auszubildende, bekamen nach der Preisverleihung ein kleines Dankeschön in die Hand gedrückt.

 

Allein im vergangenen Jahr stellte Hekatron 120 neue Menschen ein. In diesem Jahr sind 50 weitere geplant. Das Geschäft mit Rauchmeldern brummt. Man wachse aber in allen Bereichen. Auch Lehmann kennt natürlich das Problem, gute Mitarbeiter zu bekommen und zu halten. „Aber wir sind ein besonderer Arbeitgeber, wir haben interessante Jobs, und wenn die künftigen Kollegen schon sagen, dass man bei uns sehr gute Arbeitsbedingungen hat, dann wirkt das auch.“ Mit den Preisen bekommen die 100 besten Firmen auch die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung – für Lehmann das Wichtigste: „Dann können wir genau sehen, wo wir gut sind, wo wir super sind oder wo wir noch was machen müssen.“ Dazu wird es dann eigene Workshops geben.

 

Die sichtbareren Dokumente der Auszeichnungen stehen als Glas-Stelen im Firmeneingang. „Die müssen die Mitarbei- ter jeden Tag sehen, schließlich wird der Preis im Wesentlichen durch sie verliehen.“ Manche der Preisgekrönten erklärten in Berlin, wie sich ihr Investment in die Mitarbeiter auch wirtschaftlich rechne. Da kann Lehmann nur den Kopf schütteln: „Wenn ich meinem Chef das vorrechnen müsste, dann wäre das hier nicht mein richtiger Arbeitsplatz.“ Der Mann arbeitet seit siebeneinhalb Jahren in Sulzburg. Bisher wollte sein Chef offenbar noch keinen solchen Rechenschaftsbericht.

 

Text: bar / Foto: Great Place to Work® Institute