Was im vergangenen Sommer als Nebenjob begonnen hat, ist innerhalb kürzester Zeit zum Hobby geworden. Das Ehepaar Barbara und Peter Maier aus Sexau betreut in dieser Saison zum zweiten Mal den Ruder- und Tretbootverleih am Waldsee. Nach 20 Jahren Selbstständigkeit wollten sich die beiden nicht einfach so in den Ruhestand verabschieden. Im Gespräch erzählen sie, wie sie an den See gekommen sind, was sie in ihrem Leben noch vorhaben und was an ihrem neuen Nebenjob so besonders ist.

„Vor einigen Jahren waren wir gezwungen, unseren Getränkevertrieb wegen Eigenbedarf der Vermieter aufzugeben. Um nicht den ganzen Tag zu Hause sitzen zu müssen, haben wir kurzfristig das Angebot einer Bekannten angenommen, auf ihrem Biobauernhof in der italienischen Region Marken zu helfen. Da wir immer wieder mal was Neues machen wollen, sind wir nach zwei anstrengenden, aber dennoch spannenden Jahren in der Landwirtschaft nach Südbaden zurückgekehrt.

Barbara und Peter Maier
Als die Waldseegastronomie letztes Frühjahr in der Zypresse neue Betreiber für den Bootsverleih gesucht hat, haben wir uns, ohne zu wissen, was auf uns zukommt, gleich gemeldet und führen seitdem das Bootshäuschen in Absprache mit den Geschäftsführern der Gaststätte.

Obwohl wir nie in diesem Bereich tätig gewesen sind, haben wir doch immer das Bedürfnis nach Wasser und der frischen Luft. Dem können wir mit der Arbeit am See jetzt nachkommen. Eine reine Nebentätigkeit ist die Beschäftigung aber schon lange nicht mehr. Wir würden eher sagen, dass wir hier unseren Nebenjob zum Hobby gemacht haben. Wir haben damit die Möglichkeit, an der Natur zu sein und mit fröhlichen Menschen eine tolle Zeit zu erleben. Schon allein deshalb ist das für uns der schönste Job Freiburgs.

Mit der Arbeit hier können wir so viel zurückgeben. Wenn sich Kinder freuen, Boot fahren zu dürfen, dann macht uns das glücklich. Schüler haben heute so viel Druck, wenn sie am Wochenende zum Waldsee kommen, wollen wir ihnen diesen nehmen, damit sie unbeschwert die Natur und das Leben genießen können. Und nicht nur die Kinder haben Spaß – häufig steigen auch die Eltern mit Alltagsstress in die Boote. Aber beim Anlegen am Steg leuchten auch deren Gesichter wieder, und manchmal bekommen wir noch Tage später Post, in der sich die Leute für die Aufmunterung bedanken.

Wie lange wir noch am Waldsee bleiben, wissen wir nicht – langfristig haben wir noch keine konkreten Pläne. Fest steht nur, dass wir immer wieder Action brauchen, um uns weiter zu entwickeln. Deshalb werden wir wohl nie untätig zu Hause bleiben, spätestens wenn im Frühjahr die ersten Sonnenstrahlen kommen, müssen wir aus dem Haus, um das Leben in der Natur zu genießen.“

Aufgezeichnet von Felix Gieger / Foto: Felix Gieger