Sie ist seit Nikolaus das einzige Kopfwenden-Parkhaus in Freiburg, die Rotteckgarage im Herzen der Stadt. Bis zum kommenden Frühjahr aber fristet sie noch ein halbes Dasein. Warum, hat uns der Parkschein-Automat erzählt.

„Naja, dass der Baubürgermeister (Martin Haag, d. Red.) neulich das Ticket mit der Nummer eins gezogen hat, fand ich ja schon berührend. Bis der in dem kleinen Auto saß … Aber ihn habe ich hier in den vergangenen elf Monaten, so lange stand ich hier ja völlig sinnlos rum, gar nicht gesehen. Dafür die ganzen Arbeiter und die Leute von der FKB (Freiburger Kommunalbauten GmbH, d. Red.), denn die haben in meine Garage in den letzten elf Monaten 9,2 Millionen Euro gesteckt. Das muss man sich mal vorstellen! Aber als die Arbeiter hier an den Wänden gekratzt haben, haben sie eben gesehen, dass sich das Wintersalz von 40 Jahren überall reingefressen hatte. Auch in die Stützen – und auf denen steht schließlich keine Bretterbude, sondern C&A. Ob die was mitbezahlen mussten, weiß ich aber nicht. Na, jetzt kann ich endlich wieder Tickets rausgeben, aber nur für die obersten beiden Ebenen, also für 154 Autos. Aber immerhin, das Ende der Langeweile ist gekommen. Wenn ich im Endzustand dann 347 Plätze habe, ist hier wieder Halli Galli. Wieso man elf Monate hier rumwerkelt? Ich sage nur: Brandschutz, Sicherheit, Lüftung, Bodenbeläge, bessere Rettungswege, die Instandsetzung der Wände und Stützen, breitere Parkbuchten und ein zugegeben tolles Treppenhaus.


Waren Sie schon mal oben? Das ist ja kein Vergleich mehr zu vorher. Und bis die das unten auch alles gemacht haben, dauert’s eben noch drei Monate. Der Ralf Klausmann, das ist der Chef von denen, meint ja, dass die Millionen sich hier bald wieder einparken werden. Bei mir wohlgemerkt. Und ich werde sicher nicht so schlampig sein wie der Kollege an der Leo-Wohleb-Garage, wo man ja zeitweise einfach nur das gezogene Parkticket wieder reinstecken musste und die Schranke hochging – ohne was zu bezahlen. So was kränkt die Ehre. Dann war da noch einer von z‘Friburg in der Stadt und meinte zu dem Haag, er soll noch ein paar Schilder aufstellen, damit man mich auch findet. Ein Witz, wenn Sie mich fragen. Jeder weiß, wo die Rotteckgarage ist. Ich find’s sogar gut, dass man nun vom Fahnenbergplatz kommend eine Kopfwende machen muss, dann brettern die Leute hier nicht wie bei einer Autobahnabfahrt so rein. Und übrigens: Dass es bei mir nun 1,90 Euro die Stunde kostet, statt vorher 1,70 Euro, finde ich völlig in Ordnung. Und wenn Sie es niemandem verraten: Wenn Sie hier um 19.01 Uhr reinfahren und erst am nächsten Morgen um 7.59 Uhr wieder rausfahren, dann zahlen sie was? 4 Euro! Wer braucht da Schilder? Nun muss ich aber arbeiten, schreiben Sie doch, was Sie wollen.

Aufgezeichnet von Lars Bargmann / Foto: Lars Bargmann