Ein Jugendtraum geht in Erfüllung

Matthias Ginter ist ein echter Freiburger. Hier geboren, als Kind hier mit dem Fußball angefangen und seit Anfang des Jahres hier Bundesliga-Profi beim Sportclub. Im Januar köpfte er zwei Tage nach seinem 18. Geburtstag in der 88. Minute gegen den FC Augsburg den Siegtreffer. Es war der Auftakt zu einer furiosen Rückrunde der Mannschaft unter Trainer Christian Streich, der Ginter schon in der Jugend trainierte. 13 Bundesligaspiele hat er bestritten, vor wenigen Wochen wurde Ginter vom Deutschen Fußball Bund zum U18-Nachwuchsspieler des Jahres gekürt. Vor dem Start in die neue Saison wirft der zurückhaltende Jungprofi einen Blick zurück.

 

„Es ist auf jeden Fall ein Jugendtraum, der für mich gerade in Erfüllung geht. Als kleiner Junge habe ich natürlich schon davon geträumt, in der Bundesliga zu spielen. Mit vier Jahren habe ich beim SV March mit dem Fußball angefangen. Dann war ich bei den Füchsle-Tagen dabei und bin danach in die D-Jugend zum SC gewechselt. Das war 2005. Vor zwei Jahren bin ich dann in die A-Jugend zu Christian Streich gekommen. Ab und zu habe ich dann auch mal bei den Profis mittrainiert, wenn dort einer gefehlt hat. Ende letzten Jahres hat mich dann Marcus Sorg angerufen und mir gesagt, dass ich ins Trainingslager mitkommen soll. Danach war ja ziemlicher Trubel und Sorg nicht mehr Trainer. Ich bin dann trotzdem mitgefahren. Für mich war es gut, dass Christian Streich sein Nachfolger geworden ist. Ich kannte ihn ja aus der Jugend und wusste, was er verlangt. Die Stimmung im Trainingslager war trotz der Turbulenzen drum herum locker. Ja, und eine Woche später habe ich dann hier gegen Augsburg gespielt (Ginter grinst; d. Red.).

Ich kann mich noch sehr gut an diesen Tag erinnern. Er geht mir immer mal wieder durch den Kopf. Am Abend vor dem Spiel habe ich erfahren, dass ich im Kader bin. Da habe ich dann schon unruhiger geschlafen als sonst. Als wir dann ins Stadion eingelaufen sind, war das was Besonderes für mich. Ich habe während des Spiels nicht damit gerechnet, dass ich eingewechselt werde. In der 70. Minute bin ich dann aber reingekommen und ja … (grinst erneut). Die Rückrunde war insgesamt eine tolle Erfahrung, wir waren am Ende alle so glücklich, dass wir den Klassenerhalt geschafft haben. Für mich war es teilweise schon ganz schön stressig, ich habe nebenbei ja noch das Abi gemacht. Gerade bei Auswärtsspielen war das mit dem Lernen schwierig, immer auf der Hin- und Rückfahrt. Nach dem Spiel in Hamburg bin ich gleich alleine nach Hause gefahren, die Mannschaft ist noch dort geblieben. Ich hatte am Montag danach meine Abiprüfung in Deutsch. Es hat aber alles geklappt. Jetzt hoffe ich, dass es so gut weitergeht. Ich möchte mit der Mannschaft in der neuen Saison wieder den Klassenerhalt schaffen, und für mich selbst zählt natürlich, so viele Spiele wie möglich zu bestreiten.“

Aufgezeichnet von Daniel Weber / Foto: Daniel Weber