Die Freiburger Herder-Verlagsgruppe hat den Alten Zollhof auf dem Güterbahnhof gekauft. Entsprechende Informationen des Freiburger Stadtmagazins chilli bestätigte Verlagschef Manuel Herder. Zum Kaufpreis wollte Herder keine Angaben machen. Er dürfte über 16 Millionen Euro liegen.

Zoll
Die Herder-Gruppe hat das denkmalgeschützte Gebäude mit „einer vom Verlag unabhängigen Immobilienabteilung“ gekauft, sagt Verlagssprecher Andreas Bernheim. Es sei als reines Anlageobjekt und nicht etwa für verlegerische Zwecke erworben worden. Ausreichend Platz für den Verlag wäre im 8300 Quadratmeter großen Zollhof zweifellos. Wenn die Mieter in demselben im Schnitt zehn Euro auf den Quadratmeter zahlen, ergibt sich ein jährlicher Mietertrag von etwa einer Million Euro. Bei der aktuellen Lage am Immobilienmarkt dürfte das Gebäude die 16- bis 18-fache Jahresmiete wert sein. Dieses Rechenexempel ließ Bernheim unkommentiert.

Einen Zusammenhang mit der im vergangenen Sommer nach 87 Jahren geschlossenen Libreria Herder in prominenter Lage in Rom, schloss der Sprecher aus. Die renommierte Buchhandlung lag an der Piazza Montecitorio. Die Zeitung „Die Welt“ mutmaßte seinerzeit, dass die Fläche „eines der ganz besonderen Filet-Stücke unter den Grundstücken Europas“ wäre und nur „das eine oder andere Anwesen in der Londoner City“ mit seinen Preisen dem Haus nahe käme. Die Geschäfte in Rom gehören indes zur Herder Editorial SL in Barcelona, die Manuel Herders Bruder Raimund Herder dirigiert.

Herder
Wie viele Liegenschaften derzeit zur Freiburger Herder-Gruppe gehören und ob dem Kauf des Zollhofs weitere in der Region folgen sollen, ließ Bernheim offen: „Der Immobilienbereich im Haus schaut sich immer wieder mal nach Immobilien um.“

Zur Verlagsgruppe gehörten lange auch die Buchdruckerei Freiburger Graphische Betriebe (FGB) mit zuletzt 120 Mitarbeitern. Deren Hauptgesellschafter ist Manuel Herder. Die FGB hatten im vergangenen März Insolvenzantrag unter Eigenverwaltung gestellt.

Text: Lars Bargmann / Fotos: ns