Die von der Solarkrise betroffene Intersolar expandiert weiter

Es sind seine letzten Bilanzzahlen, die Messechef Klaus Seilnacht im Gespräch mit dem Freiburger Stadtmagazin preisgibt: Das Jahr 2013 brachte der Messe 23 Millionen Euro Umsatz, 133 Messeveranstaltungen (plus 17 Prozent zum Vorjahr), 262 Belegungstage (plus 10) und insgesamt (mit dem Tote-Hosen-Konzert und der Freiburger Mess‘) rund 850.000 Besucher (plus 6 Prozent). Auch beim Bilanzfinale sprach er allerdings nicht über etwaige Gewinne, die die Messegesellschaft einspielt. Voraussichtlich am 19. Dezember wird Seilnacht dann sein Jacket zum letzten Mal vom schwarzen Lederstuhl nehmen, noch einmal in sein Reich schauen und dann die Tür für immer schließen.

Starker Start: Die Schmuckmesse hat sich aus dem Stand einen Stammplatz erobert.

 

Im Jahr 2012 lag der Umsatz zwar noch bei über 30 Millionen Euro. Aber auch die Freiburger leiden mit dem Umsatzbringer Intersolar unter der weltweit kriselnden Solarbranche. Seilnacht und sein designierter Nachfolger Daniel Strowitzki (wir berichteten) sind deswegen trotz des kräftigen Rückgangs „sehr zufrieden“ mit dem Geschäftsjahr 2013. „Die Intersolar Europe hat sich trotz der internationalen Solarkrise als Weltleitmesse behauptet“, sagt Seilnacht. Andere Solarmessen hätten deutlich mehr Federn lassen müssen. Und der Auslandsumsatz habe 2013 immerhin bei gut vier Millionen Euro gelegen. Im kommenden Oktober wird die Intersolar übrigens erstmals eine Solarkonferenz im saudi-arabischen Riad veranstalten. Man muss auf der Weltkarte mittlerweile schon bis an die Pole gehen, um noch eine intersolarfreie Zone zu finden. „Wir wollen in Riad schauen, ob im arabischen Raum vielleicht 2015 eine Messe zustande kommt“, erzählt der scheidende Messechef.

 

Das große positive Ereignis im laufenden Jahr sei die Schmuckmesse gewesen. „Super“, sagt auch sein Nachfolger Strowitzki: „Die hat uns aus dem Stand 340 Aussteller aus aller Welt und in die internationalen Charts gebracht.“ Seilnacht sagt: „Das war noch mal ein Griffle.“ Auch 2015 ist diese Fachmesse im Freiburger Messeprogramm.

 

Viel räumliches Wachstumspotenzial in Freiburg gebe es aufgrund der hohen Zahl der Belegungstage nicht mehr: „Gerade in den veranstaltungsstarken Monaten September-November und Januar bis Mai sind kaum noch zusätzliche Veranstaltungen unterzubringen; dies gilt besonders für mehrtägige große Messen und Kongresse.“ Das gilt zumindest so lange, bis die letzte Erweiterungsoption mit etwa 6500 Quadratmeter Reserve nicht gezogen wird. Doch angesichts einer Investition von mindestens 20 Millionen Euro ist das derzeit keine Option. Strowitzki stellt sich derweil darauf ein, dass sein Noch-Chef Seilnacht auch nach seinem Ausscheiden – nach altem Muster – hin und wieder anrufen wird und fragt: „Und, ist die Halle voll?“ Seilnacht lächelt: „Klar, die Messe Freiburg ist ja schließlich mein Baby.“

 

Text: Lars Bargmann / Foto: © FWTM