Die Freiburger Skaterszene pustet durch: Die Pläne des langersehnten Skateparks liegen beim städtischen Bauausschuss und die Ausschreibung an Baufirmen soll bald auf den Weg gebracht werden. 150.000 Euro stehen für den ersten von drei bis vier geplanten Abschnitten zur Verfügung, insgesamt könnten bis zu 650.000 Euro investiert werden. Im Herbst sollen im Dietenbachpark die Bagger anrollen. Heimische Skater wie der 29-jährige Matthias Kappler, der den Werdegang des Projekts seit 2005 tatkräftig begleitet hat, sehen dem mit einem freudigen und einem skeptischen Auge entgegen.

Street-Trick am Brunnenrand: Der neue Skatepark soll richtige Straßenelemente enthalten – wenn er denn gebaut wird.

 

Die Geschichte des Freiburger Skateparks ist ein gutes Beispiel dafür, wie auf der einen Seite Bürgerbeteiligung funktionieren kann, wie aber auf der anderen Seite die Behäbigkeit eines Behörden- und Politikapparates zu Verdrossenheit bei jungen Menschen führen kann. „Es war sehr frustrierend. 2003 hieß es ja bereits dass wir einen Park bekommen sollen“, beschreibt Kappler die Leidensphasen der vergangenen Jahre, „wir haben oft gedacht, dass es jetzt losgeht – und dann war immer wieder die Luft raus.“

Inzwischen scheint sich aber ein Ende des Wartens abzuzeichnen. „So weit wie jetzt waren wir eigentlich noch nie“, gibt sich der Skater verhalten optimistisch, „wir sind gespannt, ob es jetzt tatsächlich losgeht. Ich glaube erst dran, wenn die anfangen zu graben.

Sollte am Ende das geschaffen werden, was die Pläne des Kölner Architekten Ralf Maier vorsehen, die im Übrigen in enger Zusammenarbeit mit einer zehn- bis zwanzigköpfigen Gruppe Freiburger Skater erstellt wurden, wäre das aber wohl ein Schulterschuss zwischen Stadt und Funsportlern. „Wenn der Platz so kommt, wird das ein zentrales Aushängeschild. Auf deutschem Boden gibt es im Umkreis von etwa zwei Stunden Fahrzeit nichts vergleichbares“, sagt Kappler.

Das Besondere am Freiburger Skatepark sind Elemente, die Skateparks aus den USA entliehen sind, etwa sechskantige Parkingblocks zum Grinden und Sliden oder eine große Doppelstufe, wie man sie auf Schulhöfen findet. „Wir haben versucht, richtige Straßenelemente möglichst naturgetreu auf den Park zu übertragen“, erklärt der Rollbrettsportler. Zudem wird der Freiburger Park keine reine Betonwüste, vielmehr setzen die Macher verstärkt auf alternative, natürlichere Materialien, die dem Park auch ein ansprechendes Äußeres verleihen sollen.

Text: Felix Holm / Foto: Philippe Gehrke