Freiburgs neuer Gastro-Trend: Sushi-„All you can eat“ oder auf gut badisch „Roher Fisch bis der Ranzen spannt“. Eine Adresse dafür ist jetzt das japanische Restaurant „Ichiban“ in den Westarkaden. chilli-Redakteurin Tanja Bruckert hat die Herausforderung angenommen und getestet, wie viele Fischröllchen man an einem Abend verputzen kann.

Wie viel Sushi geht an einem Abend?

 

Das Spielfeld: Nicht ganz leicht zu finden, mit Eingang außerhalb der Gasse, ganz am Anfang der Westarkaden. Innen angenehm modern mit dunklen Möbeln, japanisch anmutenden Schwarz-Weiß-Bildern und einem blühenden Kirschbaum. Goldene Drachen, rote Lampenschirme oder anderer Asia-Restaurant-Kitsch: Fehlanzeige.

 

Die Spielregeln: Gespielt wird bis zu zwei Stunden über fünf Runden. Bestellt werden dürfen abends maximal fünf Sachen – mittags acht – mit Hilfe eines Tablets. Wer zu viel bestellt und seine Portion nicht schafft, muss Strafe zahlen: Ein Euro für eine Sushirolle, zwei Euro für ein warmes Gericht.

 

Konkurrierende Mannschaften: Mai Wok & Sushi im Zentrum des Westarkaden-Gässles. Freitags und samstags gibt es hier ebenfalls „All you can eat“ – in Form eines China-Büffets und eines Sushi-Laufbands. Beim Preis haben die Gegner die Nase vorne: 16,90 Euro stehen hier den 23,80 Euro (sonntags 24,80) gegenüber, die das Dinner im Ichiban kostet. Nicht in direkter Nachbarschaft, dafür aber mit sehr ähnlichem Konzept: das Oishii im ehemaligen Laubfrosch.

 

Runde 1: Wir starten mit Sushi: Nigiri, Maki, Lachstartar, große Temaki-Rollen, frittierte Röllchen oder Insideout-Sushi – die Auswahl ist groß. Wer keinen Fisch mag, bestellt sich sein Sushi vegetarisch oder mit Rindfleisch. Auf dem iPad läuft nach der Bestellung die Uhr, nach vier Minuten stehen die ersten Röllchen auf dem Tisch.

 

Runde 2: Gedämpfte Muscheln, Rinderfiletspieße, panierte Garnelen, gefüllte Teigtaschen, Frühlingsrollen, Oktopus-Bällchen, frittiertes Gemüse. Wie gut, dass die Portionen so übersichtlich sind, will man doch so viel wie möglich probieren. Wir fragen uns, ob man auch dann Strafe zahlen muss, wenn man etwas zurückgehen lässt, weil es nicht schmeckt. Die Antwort finden wir nicht heraus – jede der kleinen Portionen ist hervorragend.

 

Runde 3: Wir gehen zum Hauptgang über: Ente und Lachsfilet mit gebratenen Nudeln und Pak-Choi. Der Kellner möchte wissen, ob wir noch ein Bier möchten. Kurze Diskussion, wer noch fahren muss, woraufhin er anbietet, uns nach Dienstschluss nach Hause zu bringen. Was für ein Service!

 

Runde 4: Wir müssen uns geschlagen geben: Obwohl wir noch lange nicht alles probiert haben, sind wir pappsatt. Ein Nachtisch-Sushi mit Schoko und Banane ist alles, was jetzt noch geht.

 

Endergebnis: >Allein das Bestellerlebnis ist einen Besuch wert. Die Auswahl ist größer als im Oishii, die Qualität vergleichbar. Mit dem direkten Konkurrenten in den Westarkaden kann das Ichiban zwar preislich nicht mithalten, doch allein, dass man sich hier das Essen nicht aus dem Wärmebehälter fischen muss, ist unschlagbar. Und Lachs, Ente oder Rinderfilet haben nun mal ihren Preis. Daher: Spiel, Satz und Sieg.

 

Text & Foto: Tanja Bruckert