Er hat vier Pfoten, wiegt 38 Kilo und erschnüffelt Sprengstoff genauso gerne wie Hündinnen: Uras (3), deutscher Schäferhund und stolzer Polizeibeamter, findet alles, was ihm vor die Nase kommt. Zusammen mit Herrchen Armin Rötteler sorgt er in Freiburg für Sicherheit. Dass das Fraunhofer Institut für physikalische Messtechnik in Freiburg neuartige Körperscanner entwickelt, die etwa an Flughäfen auch winzige Mengen an Sprengstoff aufspüren können, ficht Uras überhaupt nicht an.

 

Was, ein Interview? Ich dachte, ich hätte heute frei. Aber so ist das als Polizeihund. Richtig frei hat man da nie. Dabei hatte ich es mir gerade auf meiner Holzunterlage bequem gemacht. Hundekörbchen sind doch was für Pudel! Erst abends darf ich zu Herrchen nach Hause. Und auch mal kuscheln. Aber das weiß keiner. Für die da draußen bin ich doch nur ein Bulle.

 

Sprengstoffspürhund Freiburg

Partner mit der kalten Schnauze. Bild: Steve Przybilla

 

Eigentlich bin ich ein ganz lieber. Erschnüffle all diese tollen Sachen, die Herrchen beim Gassi gehen finden möchte. Sprengstoff zum Beispiel. Oder Schwarzpulver. Wenn mir einer dumm kommt, kann ich aber auch anders. Die Polizei verarscht man eben nicht. Das merken die bösen Jungs spätestens dann, wenn ich ihnen in der Wade hänge. Ich beiße schon anders zu als ein Pekinese. Aber so oft kommt das gar nicht vor. Nur zwölf Mal haben meine Kollegen und ich im letzten Jahr zugeschnappt. Meist reicht es schon, zu bellen. Als Beamter muss man auch mal laut werden.

 

Aber keine Sorge, ich bin keine Bestie. Als Welpe durfte ich sogar mit in die Grundschule. Da haben ganz viele Kinder mit mir gespielt. Herrchen nannte das natürlich Training. Damit ich mich an die vielen Menschen gewöhne. Hat auch geklappt. Heute stört mich nichts und niemand mehr beim Schnüffeln. Als wir letztens eine Hütte durchsuchten, habe ich schon nach einer Minute eine versteckte Knarre gefunden. Toll, was?! Wenn ich das meinen Kollegen erzähle, werden sie vor Neid knurren.

 

Am meisten nerven mich Politiker. Die überschwemmen mein Revier gerade wie eine Horde Flöhe. Wahlkampf nennen sie das im Menschenreich. Weil sich alle in Freiburg pudelwohl fühlen sollen, muss ich wieder mal ran. Bei dieser Hitze! Wenigstens darf ich an ein paar leckeren Mülltonnen schnuppern. In den Ecken riecht’s immer besonders gut. Wenn ich etwas finde – sagen wir, ein Tütchen Gras oder ein Häppchen Sprengstoff –, ist Herrchen besonders happy.

 

So, das war’s mit dem Interview. Ich finde, Herrchen sollte jetzt langsam Feierabend machen, damit wir nach Hause können. Da hinten spaziert nämlich eine flotte Hündin. Die riech‘ ich sogar lieber als Schwarzpulver. Aber pssst – bloß nicht Herrchen verraten!

 

Aufgezeichnet von Steve Przybilla

 

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