In nur zwanzig Minuten zur Traumfigur: Was sich zu gut anhört, um wahr zu sein, verspricht ein neuer Fitnesstrend. Durch Elektrostimulation sollen Fettpölsterchen durch Muskeln ersetzt werden – und das mit nur einer Trainingseinheit pro Woche. Dieses sogenannte EMS-Training ist längst kein Geheimtipp mehr, die darauf spezialisierte Studiokette „Bodystreet“ betreibt mittlerweile 200 Fitnessstudios in Deutschland – und jeden Monat kommen drei bis vier neue hinzu. Seit einigen Wochen hat auch Freiburg ein erstes Bodystreet-Studio. Die chilli-Mitarbeiterinnen Johanna Klausmann und Tanja Bruckert haben hier ausprobiert, was hinter dem Fitnesstrend steckt.

Unter Strom: chilli-Redakteurin Tanja Bruckert mit Trainer Kalle Steege beim Workout.

 

Dass etwas, das so lässig aussieht, so anstrengend sein kann! Die Arme über den Kopf strecken, die Beine leicht beugen und schon geht der Atem schneller und der Schweiß fließt. Von außen schaut ein älterer Mann durch die Schaufensterscheibe des kleinen Studios und schmunzelt. Der Anblick der zwei Frauen, die mit ihren verkabelten Westen sowie den Arm- und Beingurten aussehen, als wären sie eben einem Science-Fiction-Film entsprungen, scheint ihn zu amüsieren. Dass den Studiobesuchern vorbeikommende Passanten zuschauen können, ist gewollt: Transparenz gehört zum Marketingkonzept.

Studioleiter Kalle Steege bekommt von dem neugierigen Zuschauer nichts mit. Konzentriert macht er die einfachen Übungen vor, die erst mit Elektrostimulation so richtig anstrengend werden. Der gelernte Fitnessmanager ist bereits vor einigen Jahren in Hamburg auf das EMS-Prinzip aufmerksam geworden und war von den Vorteilen schnell überzeugt: Gleichzeitig alle wichtigen Muskelgruppen zusammen mit den tief gelegenen Muskelfasern trainieren und das gelenkschonend sowie auf die persönlichen Problemzonen abgestimmt. „Zwanzig Minuten EMS-Training wirken genauso wie dreimal die Woche konventionelles Fitnesstraining im Studio“, sagt Inhaberin Patricia Pätz.

Geeignet ist das Training für jeden gesunden Menschen, auch bei Rückenproblemen profitiert man davon. Nach einem kurzen Beratungsgespräch gibt es hautenge Funktionswäsche, die ohne Unterwäsche angezogen wird. Hat man zunächst noch das Gefühl, halbnackt in einem Fitnessstudio zu stehen, fühlt man sich nach dem Anlegen der Weste wie in ein steifes Korsett eingeschnürt. Mit einem Kabel wird sie an ein Pult angeschlossen und schon läuft auf dem Display der Countdown bis zum Trainingsstart ab. Die Nervosität steigt, Erinnerungen aus der Kindheit kommen hoch, als man zur Mutprobe an elektrische Weidezäune gefasst hat.

Konzentriert macht Kalle Steege die einfachen Übungen vor, die erst mit Elektrostimulation so richtig anstrengend werden.

 

Doch bei null angekommen, passiert zunächst einmal gar nichts. Erst als der Regler für die einzelnen Körperpartien hochstellt wird, ist ein leichtes Kribbeln zu spüren – ungewohnt, aber nicht unangenehm. Das bleibt auch so, als sich im Lauf der Übungen die Intensität erhöht.

Zwanzig anstrengende Minuten später ist es geschafft, und die Studiochefin trägt schon den Termin für die kommende Woche in den Computer ein. Denn wie in einem herkömmlichen Fitnessstudio gilt auch hier: Ohne regelmäßiges Training bleibt die straffe Traumfigur genau das – bloß ein Traum.

Text: tbr / Fotos: chilli

Bodystreet Basler Tor
Merzhauser Straße 4, Freiburg
Tel.: 0761 / 48 99 36 35
www.bodystreet.com


Öffnungszeiten:
Mo.–Fr. 10–19 Uhr, Sa. 10–14 Uhr, oder nach Vereinbarung
Kosten: ab 19,90 Euro pro Trainingseinheit