Er kommt, sieht und macht gleich drei Mal in Folge die Rothaus-Arena voll. Mario Barth, der seit Anfang April auf RTL mit seiner Comedy-Show Verschwendung und Behördenwahnsinn in die Wohnzimmer bringt, gastiert vom 21. bis 23. Mai mit seinem neuen Programm „Männer sind bekloppt, aber sexy!“ in Freiburg. Vorher sprach der Berliner mit chilli-Autor Andreas Sucker.

Mario Barth: „Dass ich mal so erfolgreich werde, wie ich es jetzt bin, hätte ich mir nicht träumen lassen.“

 

chilli: Die Beziehung zwischen Männlein und Weiblein ist kein neues Thema. Was fasziniert Sie daran?
Barth: Ich lebe mit einer wunderbaren Frau zusammen, aber wie alle Frauen hat sie manchmal so komische Macken. Wobei: Wenn du eine Frau fragst, haben wir Männer die Macken. Und das ist der Ursprung meiner ganzen Geschichten. Wenn ich mich in meinem Freundeskreis umhöre, hat jeder dieselben Probleme und das Schöne ist: Wir lachen darüber!

 

chilli: Was sagt die wunderbare Frau dazu?
Barth: Die ist glaube ich ganz froh, wenn ich wieder auf Tour bin. Je besser die läuft, desto länger bin ich weg und umso glücklicher ist sie (lacht).

 

chilli: Sprechen Frauen eine andere Sprache als Männer?
Barth: Klar. Wenn du aber eine Frau fragst, antwortet sie, dass wir Männer eine andere Sprache sprechen, denn die Frauensprache ist nach deren Ansicht die „Mastersprache“, und wir Männer haben einfach vergessen, uns weiterzuentwickeln. Deshalb habe ich ja ein Wörterbuch geschrieben „Deutsch-Frau, Frau-Deutsch“, weil die Sprache zwischen Mann und Frau in der Tat anders ist.

 

chilli: Gibt es zur Tour auch ein Beziehungsbühnenbild?
Barth: Nein. Aber das allergeilste Bühnenbild der Welt. Und das ist nicht nur so dahergesagt. Als ich es das erste Mal sah, passierte etwas, was mir noch nie passiert war. Ich war sprachlos. Und hatte Tränen in den Augen. Kein Scherz! Meine Heimat Berlin steht ja heute auch für ein Bauprojekt, das weltweit bekannt ist: den BER. Wir haben für die neue Tour einen Flughafen gebaut, allerdings im Jahr 2215. Wir befinden uns in der Zukunft, kurz vor der Eröffnung, und ich habe meinen Flughafen schon fertig.

 

chilli: Wie stellen wir uns die Proben vor?
Barth: Ich stehe vor dem Spiegel und spreche das ein. Es gibt bei mir keine fertigen Texte, ich arbeite anders. Ich schreibe nur Überschriften und sortiere die, bis es in meinen Augen passt. Dann stehe ich vor dem Spiegel oder laufe durch meine Wohnung und spiele das Programm mit einer Stoppuhr. Es muss kurzweilig sein, es muss knackig sein und es braucht geile Texte. Es kann schon mal sein, dass der Nachbar denkt, ich bin geisteskrank.

 

chilli: Wie viel Improvisation gibt es auf der Bühne?
Barth: Das ganze Programm ist geschrieben. Anders funktioniert das auf einem so hohen Niveau nicht. Du musst schon wissen, wann du was wie machst. Aber wenn etwas in der Halle passiert, gehe ich darauf ein.

 

chilli: Ein Beispiel?
Barth: Ich hatte mal ein älteres Ehepaar, die sind um Schlag zehn Uhr, die Show lief noch, aufgestanden und gegangen, weil sie zur Bahn mussten. Daraus habe ich spontan eine Nummer gemacht. Solche Gelegenheiten nutze ich, ist ja schließlich Stand-up-Comedy.

 

chilli: Wie lange brauchen die Vorbereitungen für eine neue Tour?
Barth: Locker anderthalb Jahre. Klingt komisch, ist aber so. Ich habe den Anspruch, dass alles passt: die Bühne, das Licht, der Ton und so weiter. Da sind bis zur Premiere 400 bis 500 Leute beschäftigt, bei den Stadionshows noch mehr. In meiner eigenen Crew sind schon 200 Leute. Arbeitsplätze zu schaffen war und ist mir immer noch ganz wichtig. Da sollten sich einige eine Scheibe von abschneiden, nicht unbedingt von mir, aber von der Idee.

 

chilli: Worüber können Sie selbst herzhaft lachen?
Barth: Ich kann wunderbar über Kevin James lachen und über Sitcoms wie „King of Queens“. Dieter Nuhr finde ich sehr geil, der ist sarkastisch, der ist frech, ganz großes Kino. Ich finde, Florian Schroeder ist ein Brett, eine Sensation, leider völlig unterbewertet.

 

Gewinnspiel: Wir verlosen 2×2 Karten für den Freiburg-Auftritt am 21. Mai, 20 Uhr, in der Rothaus Arena. Wer gewinnen möchte, schickt eine E-Mail mit dem Betreff “Mario Barth” an gewinnspiel@chilli-freiburg.de

 

Foto: Josef Hirschnaller / Hauptstadt Helden