Wo im Sommer Kinder toben, Hühner picken und durstige Wanderer frisches Quellwasser trinken, häuft sich im November lediglich nasses Laub auf der Gartenterrasse des Waldgasthofs St. Barbara in Littenweiler. Dafür scheint Licht aus dem verglasten Wintergarten. Denn das bisherige Sommerausflugsziel soll nun das ganze Jahr Gäste anlocken – und das mit „Schwarzwälder Tapas“, kleinen Häppchen, die allesamt aus der Region kommen.

Eine Platte mit „Lieblingstapas“

 

Wurstsalat & Co. hat Gastwirt Jörg Schneider kurzerhand durch kleine Leckereien ersetzt, die zwischen drei und sieben Euro kosten. „St. Barbara war einst ein Bauernhof“, erzählt Schneider, „daran möchten wir mit unseren Tapas aus der Region anknüpfen.“ Denn auch heute noch stammen viele der verarbeiteten Produkte direkt vom Hof – Eier von den eigenen Hühnern, Honig, Kräuter, die Äpfel für den Apfelsaft oder das Wasser aus der eigenen Quelle. Auch das Wild schießt Schneider selbst. Nur der Esel und die Ziegen, die auf der Wiese vor der Gaststätte grasen, werden nicht auf der Karte landen: „Die sind unsere Rasenmäher“, schmunzelt der Gastronom.

Wer sich nicht entscheiden kann oder will, bekommt eine Platte mit „Lieblingstapas“ zusammengestellt (klein 8,50 Euro, groß 11,50). Darauf finden sich etwa eine Terrine aus zweierlei Ziegenfrischkäse vom Ringlihof mit Feigensenf-Nuss-Krokant, eine tolle Kombination aus herb und süß, knackige Schwarzwurzelstifte im Kräutermantel oder mit Bergkäse gefüllte und Schinken umwickelte Backpflaumen – der deftige Höhepunkt auf dem Teller.

Schneiders Empfehlung ist hingegen der Bibiliskäse, der im kleinen Gläschen zusammen mit dampfenden Salzkartoffeln serviert wird. Bibiliskäs – gibt’s das nicht in fast jedem badischen Gasthaus? „Aber nicht so wie bei uns“, behauptet Schneider stolz. Denn während andere einfach Quark mit Schnittlauch verrühren, hat er mit einem Molkereimeister einen feinkörnigen Käse entwickelt, der nah an das Original aus Rohmilch heranreichen soll.

Gastwirt Jörg Schneider

 

Und noch eine weitere Neuerung ist für die Wintersaison geplant. In jahrelanger Arbeit hat Schneider einen alten Schäferwagen renoviert, in dem er demnächst Fondues oder Spareribs anbieten will. Fünfzehn Personen passen in den kleinen Wagen mit den hölzernen Bänken und dem Blick ins Tal.

Auch im Wintergarten rücken die Gäste etwas zusammen, denn passend zum Bauernhofkonzept hat Schneider die Tische zu langen Tafeln zusammengeschoben, die für mehr Kommunikation sorgen sollen. Es funktioniert: Die Frau vom Nachbartisch erzählt begeistert von ihrem Essen, „ich komme bestimmt wieder“. Da kann man sich nur anschließen.

Text & Fotos: Tanja Bruckert

St. Barbara
Sonnenbergstr. 40, Freiburg-Littenweiler
Öffnungszeiten Nov.-März: Do.-Sa. 15-22 Uhr, So. 12-22 Uhr