Jahrelang gingen in Freiburg die Vorstellungen über die Entwicklung des 1905 eröffneten Güterbahnhofs auseinander. Die Eigentümerin, die Aurelis Real Estate GmbH & Co. KG, kam daher nur im Schneckentempo voran. Jetzt aber hat das Team um den Geschäftsführer Thaddäus Zajac und den Freiburger Projektleiter Christoph Merten enorm Fahrt aufgenommen. Im Bereich des ersten Teilbebauungsplans sind bereits 80 Prozent von 40.000 Quadratmetern Bauland vermarktet. Und für den großen Rest, immerhin 190.000 Quadratmeter, sind die Eschborner auch schon erfolgreich gewesen.

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Es wächst zusammen, was am Ende alles auf Freiburgs neuem Vorzeigequartier leben und arbeiten soll. Für den Bedarf kleinerer Handwerker hatte die Freiburger Wirtschaftsimmobilien GmbH (FWI) unlängst vier Hektar von der Aurelis erworben – für fünf Millionen Euro. Was die anderen Flächen kosten werden? „Das, was am Markt üblich ist“, sagt Merten. Nach dem FWI-Deal warten noch 150.000 Quadratmeter auf ihre Bestimmung. Der erste Neubau könnte das Wohnheim für 350 Studierende sein, das nach chilli-Informationen die P + B Planen + Bauen GmbH & Co. KG aus St. Augustin auf einem 8000 Quadratmeter großen Teilstück baut.

Auf mindestens 7000 Quadratmetern wird die Aurelis selber bauen und sucht dafür noch geeignete Mieter. 5600 Quadratmeter ist das Grundstück des Architekten Wolfgang Frey groß, auf das er einen bis zu 48 Meter hohen Turm bauen will, etwa die Höhe also, die der Komturm hat. Ein 3800 Quadratmeter großes Grundstück an der Waldkircher Straße haben sich führende Köpfe der Simon Druck GmbH und Co. KG um Geschäftsführerin Claudia Simon gekauft. Und das Freiburger Immobilien Büro oder dessen Geschäftsführer Jochen Geiselhart hat direkt hinterm Zollhof noch eine 2150 Quadratmeter große Fläche erworben. „In dem Tempo wird es nicht jahrelang weitergehen“, glaubt Merten, der aber in einem Atemzug ankündigt, dass in diesem Jahr noch weitere Grundstücke den Besitzer wechseln könnten.

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Insgesamt werden auf dem Güterbahnhof rund 390.000 Quadratmeter neue Flächen entstehen. Nur 80.000 sind fürs Wohnen reserviert. Dennoch sollen auf dem Quartier neben Handwerkern und Dienstleistern, neben Forschungseinrichtungen und Gastronomie auch mal 1500 bis 2000 Menschen wohnen.

Mit Ausnahme der Badischen Flüssiggas GmbH und der Extrol-Tankstelle (beide bis 2026) laufen im kommenden Jahr alle anderen Mietverträge aus. Dann wird also auch eine ganze Reihe von alten Gebäuden abgerissen. Parallel ist derzeit der zweite Teilbebauungsplan in der Offenlage. Noch in diesem Jahr könnte es zum Satzungsbeschluss kommen -auch wenn der formal noch auf die Entwidmung der Flächen durch das Eisenbahnbundesamt warten muss. „Damit wäre der Weg frei für weitere Bauvorhaben“, so Merten.

Der Freiburger Güterbahnhof wird am Ende auch verkehrlich vorzüglich erschlossen sein: Von der B3 her (Zubringer Nord stadteinwärts) wird es erst einen Halbanschluss (rechts rein, rechts raus) und nach dem vierspurigen Ausbau des Zubringers auch einen Vollanschluss geben. „Der_Güterbahnhof_ist die wichtigste stadtentwicklungspolitische Fläche in Freiburg“, sagte Baubürgermeister Martin Haag neulich. Wer sich auf diesem Areal Grundstücke oder Mietflächen sichern möchte – noch gibt es welche.

Text: Lars Bargmann / Visualisierungen: Aurelis

www.gueterbahnhof-nord.de