Die AC/DC der Comedy sind zurück“, frohlockt die Süddeutsche Zeitung. Wer bei Mundstuhl Gleichstrom- und wer Wechselstrom-Elektriker ist, ist schwer zu sagen. Lars Niedereichholz und Ande Werner – die beiden lernten sich bei einem Treffen ihrer beiden Rockbands vor über 15 Jahren kennen –, schlüpfen als Mundstuhl in die Rollen von Dragan und Alder, in die der ostdeutschen Plattenbaujungmütter Peggy und Sandy, geben den cholerischen Andi, die amerikanischen Verkaufsprofis Bob & Bob, die überregional bekannten Zauberer Siegfried und Roy und, aus harten Zeiten vergangener Tage, die beiden drogenabhängigen Nagetiere C- und F-Hörnchen. Sie alle sind am 2. Dezember (20 Uhr) zu Gast im Freiburger Paulussaal.


Volkskrankheit Burnout! Tägliche Castingshows! Deutsche Truppen am Hindukusch! Paralympics! Karaoke! Berlin! Frauenquote! Und Freddy Mercury tot! Mundstuhl prangert den Ausnahmezustand in Deutschland an. Und darüber lassen sie ihre Alder Egos kontrovers diskutieren. Dabei geht es auch um Liebe, Sex, Tod und Gewalt. Der sezierende Blick dieser kritischen Runde deckt Zusammenhänge auf, die in der Öffentlichkeit noch viel zu wenig Beachtung finden. Etwa die Tatsache, dass, wenn man in dem Wort Mama alle Buchstaben austauscht, das Wort Bier herauskommt.

Auch Rücksicht auf political correctness gibt es hier nicht. Dafür ist Mundstuhl schon zu lange im Geschäft. Oder sind sie gerade deswegen schon so lang im Geschäft? „Ausnahmezustand“ ist bereits das achte Programm, mit dem sie auf Tour gehen. Außerdem haben die beiden Kabarettisten Filme gedreht, sich erfolgreich als Buchautoren versucht und etliche TV-Auftritte hinter sich.

Dass Mundstuhl Anfang Dezember wieder nach Freiburg kommt, ist übrigens kein Zufall, sondern wohl vielmehr eine Ehrerbietung. „In Freiburg wohne die Leude in Blockhüdde“, analysierte Dragan einst im chilli-Interview, „und weil die so grün dort sind, gibt es keine Ausländerhass, weil Freiburg ist eine korregde Stadt.“ Leider waren weder Peggy und Sandy, noch C- und F-Hörnchen für eine Stellungnahme zu gewinnen …

Text: Frederik Skorzinski / Foto: Veranstalter