Zwölf Wahlkreiskandidaten kämpfen bei der Bundestagswahl am 22. September um die Stimmen der Freiburger. Ihre Gesichter und Slogans prangen auf zahlreichen Plakaten in der Region – doch mit welchen Themen wollen sie eigentlich ihre Freiburger Heimat in der Hauptstadt vertreten? Die chilli-Autoren Felix Holm, Steve Przybilla und Tanja Bruckert haben sich mit allen bis zum Redaktionsschluss erreichbaren Kandidaten getroffen und gefragt, welches Freiburger Problem sie in Berlin zuerst anpacken würden.

Bundestagswahl-Kandidat André Martens

 

Zu Hause bei André Martens (Piraten)

Haus in Denzlingen, Sitz im Betriebsrat, Vater von zwei Kindern: Sieht so der typische Pirat aus? „Ich bin schon deshalb typisch, weil ich Informatiker bin“, so Martens, „durch Themen wie Netzzensur oder Vorratsdatenspeicherung bin ich 2009 zur Partei gekommen.“ Der Politiker, der bereits das erste Piratentreffen in Freiburg mitorganisiert hat, hofft darauf, dass der NSA-Skandal seinem Schiff über die Fünf-Prozent-Hürde hilft. Sein Ziel ist eine transparente Politik, die dennoch den Datenschutz wahrt – für Freiburg würde er zunächst den Beteiligungshaushalt transparenter gestalten.
Dass Martens tatsächlich auf dem richtigen Schiff segelt, beweist er spätestens, als er gleich im Anschluss über das Gespräch twittert: „Kaum hat man Haus und Familie, wird man in Interviews gefragt, ob man überhaupt ein typischer Pirat sein kann. Natürlich kann man.“

Foto: Tanja Bruckert