Zwölf Wahlkreiskandidaten kämpfen bei der Bundestagswahl am 22. September um die Stimmen der Freiburger. Ihre Gesichter und Slogans prangen auf zahlreichen Plakaten in der Region – doch mit welchen Themen wollen sie eigentlich ihre Freiburger Heimat in der Hauptstadt vertreten? Die chilli-Autoren Felix Holm, Steve Przybilla und Tanja Bruckert haben sich mit allen bis zum Redaktionsschluss erreichbaren Kandidaten getroffen und gefragt, welches Freiburger Problem sie in Berlin zuerst anpacken würden.

Bundestagswahl-Kandidat Gernot Erler

 

Beim Plakateaufhängen mit Gernot Erler (SPD)

An sein erstes Wahlplakat kann er sich noch erinnern. „Da sah ich etwas jünger aus“, schmunzelt der Mann, der seit nunmehr 26 Jahren ununterbrochen im Bundestag sitzt. Die aktuelle Abbildung seines Konterfeis liegt Stapelweise hinten in seinem Privatwagen – mit Kabelbindern befestigt der Politiker einen Teil davon höchstpersönlich an Bäumen und Laternenmasten in Freiburg. Den Bart habe er aber damals schon getragen: „Bei meinem ersten Wahlkampf gab es eine Gruppe von Frauen in der SPD, die gemeint hat, ich solle mir den abschneiden, aber diese Anpassung wollte ich so nicht akzeptieren.“ Auch nicht akzeptieren will der gebürtige Meißener, der sich politisch als „Rot-Grünen“ bezeichnet, das vorläufige Scheitern der Energiewende: „Die will ich wieder flott kriegen, weil wir hier in Freiburg so viele Arbeitsplätze in dem Bereich haben. Die will ich schützen.“

Foto: Felix Holm