Gehoben, aber nicht abgehoben: Die neuen Betreiber Roland Schwenk und Constanze Linke des Restaurants Schiller in der Wiehre setzen auf altbewährtes Ambiente und eine kleine, saisonale Karte.

Brot vom benachbarten Bäcker, Fleisch aus Schallstadt und Ziegenkäse vom Ringlihof – das Schiller nutzt Produkte aus der Region, die Koch Roland Schwenk, der im Freiburger Dorint-Hotel gelernt hat, gekonnt verarbeitet. Auch auf der Weinkarte finden sich weder Bordeaux noch Barolo, sondern ausschließlich Weine aus dem Breisgau und dem Markgräflerland.


Das Schillereck wurde bereits 1878 als Restaurant und Hotel erbaut, diente während des Zweiten Weltkrieges jedoch als Passamt und kurzzeitig sogar als Polizeistation. Erst 1955 zog wieder ein Gastronomiebetrieb ein. Das Ambiente soll heute laut Schwenk und Linke an eine französische Brasserie erinnern, die man sich aber nicht mit einfachen Holztischen vorstellen sollte, auf die das Baguette gekrümelt wird. Stattdessen geht die Einrichtung mit den stuckverzierten Decken, goldgerahmten Spiegeln, großen Kronleuchtern und den mit dunkelrotem Samt bezogenen Stühlen eher schon ins Elegante.

Sehr schick ist die offene Showküche, in der vor den Augen des Gastes gekocht und angerichtet wird. Trotz des guten Preis-Leistungsverhältnisses ist das Schiller nichts für den schmalen Geldbeutel und fügt sich sicher nicht in die Reihe der Studentenlokale in der Wiehre ein. Wer sich ein Menü zusammenstellen möchte, kann etwa mit einer Kürbis-Kokossuppe mit Jakobsmuschel (8 Euro) beginnen, gefolgt von einer rosa gebratenen Entenbrust mit Cassis-Schalottenjus und hausgemachten Gnocchi (19,50) sowie einem fruchtigen Sorbet (2,50) als süßem Abschluss.

Text: Tanja Bruckert / Foto: Felix Groteloh