Die Dold-Jacobi Verwaltungs GmbH ist aus dem Rennen um das ehemalige Franziskanerkloster an der Günterstalstraße als Gewinner hervorgegangen und hat nach chilli-Informationen dem Franziskanerorden mindestens fünf Millionen Euro für die denkmalgeschützte Villa nebst Kapelle und großem Garten hingeblättert. Ungezählte Bauträger hatten sich für das 5127 Quadratmeter große Flurstück 4758 beworben.

Überraschung: Nicht einer der üblichen Verdächtigen, sondern die Dole-Jacobi Verwaltungs-GmbH hat den Zuschlag bekommen.

 

Die Dold-Jacobi Verwaltungs GmbH wird das Anwesen an die WIESE Kinder- und Jugendhilfe GmbH und die gemeinnützige Freie Schule Vianova GmbH vermieten. Die WIESE GmbH wurde vor 13 Jahren gegründet und hat ihren Verwaltungssitz in der Kartäuserstraße. „Damit folgen Verkäufer und Käufer einem ausdrücklichen Wunsch der Stadt Freiburg, die sich eine nicht kommerzielle Nutzung für die Bildung von Kindern und Jugendlichen immer wieder gewünscht hatte“, heißt es in einer Pressemitteilung.

 

„Wir finden hier ideale Bedingungen für Kinderbetreuung, Schulbetrieb und auch für unsere Verwaltung vor“, erklärte Georg Dold-Jacobi, der Geschäftsführer der WIESE GmbH. Die Gebäude könnten nach einem Umbau und der energetischen Sanierung „perfekt für unsere Zwecke“ genutzt werden. Die Garten- und Parkanlage sei für die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen „eine echte Bereicherung“.

 

„Für uns Franziskaner ist es gut zu wissen, dass an unserer bisherigen Wirkungsstätte zukünftig etwas für Kinder und Jugendliche getan wird“, wird Pater Cornelius Bohl zitiert, der Provinzialminister der Deutschen Franziskanerprovinz in München. Nach dem Weggang der deutschen Franziskaner 2007 war das Kloster bis Sommer 2013 noch durch einen Konvent polnischer Franziskaner genutzt worden, die die Seelsorgeeinheit Wiehre-Günterstal leiteten.

 

Nach Recherchen der BZ hatte auch die katholische Gesamtkirchengemeinde Freiburg Interesse bekundet, weil sie das Areal mit einem Partner für sozial-caritative Einrichtungen nutzen wollte. Doch von dem mit dem Verkauf beauftragten Immobilienbüro mit Sitz im westfälischen Senden habe es auf das Kaufangebot nicht einmal eine Antwort gegeben. Auch das Erzbischöfliche Ordinariat, dem das Anwesen bis 1980 noch gehörte, hatte den Finger gehoben – vergeblich.

 

Text & Foto: Lars Bargmann