FREIBURG. Im vergangenen Jahr hatte die Freiburger Messegesellschaft mit mehr als 30 Millionen Euro erneut einen Rekordumsatz hingelegt. Sicher, es gibt umsatzstärkere Messegesellschaften. Bezogen auf die in Deutschland schlusslichtverdächtige Fläche von nur 21.500 Quadratmetern spielt der Freiburger Messeplatz beim Umsatz aber in der Championsleague. Zum Vergleich: Friedrichshafen meldete unlängst ebenfalls einen Rekorderlöse von 31,9 Millionen Euro – am Bodensee gibt es aber auch 85.000 Quadratmeter Fläche. Freiburg hat eine Sonderstellung.

 

Den Unterschied macht die Weltleit- und Erfolgsmesse Intersolar, die mit dem Zugpferd in München etwa die Hälfte des Umsatzes einspeist. Zudem gibt es gut vier Millionen Euro in San Francisco, gut eine Million im indischen Mumbai, immerhin sechsstellige Erlöse mit der Solar-Konferenz in China, wo es in Shanghai mit der SNEC auch die zweitgrößte Solarmesse der Welt gibt. Diese gut fünf Millionen bilden die Auslanderlöse, 26 Millionen Euro setzt die Freiburg Wirtschaft, Touristik und Messe GmbH mit rund 40 Beschäftigten im Inland um. Über etwaige Gewinne schweigt sich das Unternehmen traditionell aus.

 

Klar ist aber, dass es im laufenden Jahr keinen neuen Höhenflug geben wird: Die heuer turnusbedingt fehlende Weltleitmesse Interbrush (mit siebenstelligem Umsatz) und die Großgewitterlage am Solarmarkt werden das Ergebnis deutlich eintrüben. Auf bis zu 22 Millionen Euro könnten die Erlöse sinken, sagt Seilnacht im Gespräch mit dem Freiburger Stadtmagazin chilli: „Wenn wir bei der Intersolar 2013 rund 30 Prozent weniger Fläche und Aussteller und 25 Prozent weniger Besucher haben, dann ist klar, dass wir das Rekordjahr nicht einholen können.“ Licht am Horizont gibt es in Brasilien, wo vom 18. bis 20. September die erste Intersolar South America über die Bühne geht. Und im März 2014 folgt der Startschuss für die Erfolgsmesse auch in Peking.

 

Messe Freiburg

 

Trotz des anvisierten Umsatzrückgangs ist Seilnacht mit dem operativen Ergebnis 2013 bisher zufrieden. Die Automobil im Frühjahr sei sehr gut gelaufen, die 25. Internationale Kulturbörse sowie GETEC und IMMO ebenso. Zudem sei der Spatenstich für die Messe-Linie (wir berichteten) ein gutes Zeichen für den Messeplatz und das Open-Air mit den Toten Hosen ein Erfolg gewesen. Die Stadionpläne am Flugplatz kommentiert Seilnacht indes diplomatisch: „Ein Stadion nicht direkt an der Messe ist für uns immer besser als eines direkt vor der Tür.“

 

Ein knappes Zehntel trägt übrigens die Baden-Messe zum Umsatz bei. Als „Schalten und Walten der Hausfrau“ feierte sie 1954 ihre Geburtsstunde, die mit 45.000 Quadratmetern (Hallen und Freigelände) und rund 500 Ausstellern größte Messe in Freiburg, zu der Seilnacht vom 14. bis 22. September bei ihrer schon 56. Auflage erneut zwischen 70.000 und 80.000 Besucher erwartet. Freiburg sei nach Mannheim – der Maimarkt feierte in diesem Jahr seinen 400. Geburtstag (!) – Stuttgart und Karlsruhe die viertgrößte Verbrauchermesse im Ländle.

 

Es gibt übrigens nach Erhebungen des AUMA (Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft e.V.) nur neun deutsche Messegesellschaften, die in den USA Geschäfte machen. Von der Fläche her ist das kleine Freiburg unter ihnen die größte. Auch das eine Sonderstellung.

 

Text: Lars Bargmann

 

Mehr Infos und Kartenverlosung zur Baden-Messe: http://chilli-freiburg.de/02-freiburg/gewinnspiel-20×2-freikarten-fur-die-baden-messe/