Es ist für die Szene der konkret-konstruktiven Kunst wohl eine der wichtigsten Auszeichnungen überhaupt: Zum dritten Mal verleiht die Foundation Messmer den mit 10.000 Euro dotierten André-Evard-Preis. Bis Ende Oktober sind die Werke der 88 Finalisten in einer Ausstellung in der Kunsthalle in Riegel zu sehen. Insgesamt hatten sich mehr als 700 Künstler für den Preis beworben.

Laszlo Otto

 

Bilder, die beim Vorübergehen ihre Farbe ändern. Drucker, die ständig neu berechnete Minikunstwerke zum Mitnehmen ausdrucken. Schiefe Vierecke, die ein perfektes Quadrat bilden. Die Werke, die derzeit in der Kunsthalle Messmer hängen, faszinieren, auch wenn die Richtung des Konkret-Konstruktiven nicht bei jedermann sofort eine Assoziation hervorruft.

„Es ist eine Szene, um die man sich vielleicht ein wenig mehr kümmern muss“, sagt Kunsthallen-Chef Jürgen Messmer zum Auftakt der Ausstellung, die unter den Freunden des Genres Weltrang genießt. Der Wert des Preises lässt sich daher auch nicht nur an den 10.000 Euro bemessen, die für den Sieger ausgeschrieben sind, auch wenn es weltweit keinen höher dotierten Preis in dem Bereich gibt: Über 700 Künstler aus 35 Ländern hatten sich um einen Platz im „Finale“ beworben – 88 Werke sind schließlich von der dreiköpfigen Fachjury ausgewählt worden und hängen jetzt in der Kunsthalle in Riegel.

Jan Pamula

 

„Vor wenigen Wochen habe ich einen Abstecher nach Paris gemacht und dabei auch eine konstruktivistische Ausstellung im Grand Palais besichtigt – da können wir absolut mithalten“, freut sich der kunstvernarrte Messmer. Zuletzt lockte er mit einer Chagall-Ausstellung über 40.000 Besucher an den Kaiserstuhl. „Diese Ausstellung jetzt ist sicher nicht so populistisch – aber mir umso wichtiger“, bekennt der Preisstifter, „ich sehe es als meine Aufgabe, auch solche Dinge zu zeigen und bekannt zu machen.“

Bis Ende Oktober kann man sich selbst noch ein Bild vom Konkret-Konstruktiven machen und dabei auch seine Meinung abgeben: Neben dem Hauptpreis wird am Ende auch ein Publikumspreis vergeben, jeder Ausstellungsbesucher hat dabei eine Stimme.

Text: Felix Holm / Fotos: Kunsthalle Messmer

Infos: www.kunsthallemessmer.de