Klirrende Degen, verfluchte Piraten und die Suche nach dem erlösenden Schatz – der Hollywood-Film „Fluch der Karibik“ rund um den skurril-komischen Piraten Jack Sparrow ist wohlbekannt. Doch so, wie ihn das Konzerthaus am vergangenen Samstag gezeigt hat, ist er einmalig in Freiburg. „Disney LIVE in Concert“ nennt sich die Konzertreihe, bei der ausgewählte Disneyfilme live von einem Orchester begleitet werden. Doch wie hört es sich an, wenn 80 Musiker einen Film begleiten, bei dem die Musik nicht aus der Büchse kommt?

 

Das Publikum, das nach und nach die Plätze einnimmt, ist bunt gemischt: In einer Reihe sitzt ein etwa 10-jähriger Junge mit seinen Eltern, eine Reihe dahinter ein tätowiertes Pärchen mit in die Haare rasierten Mustern, daneben eine ältere Dame in schicker Abendkleidung.

 

Piraten mit Live-Musik. Foto: Disney

Piraten mit Live-Musik. Foto: Disney

 

Das Orchester betritt die Bühne, ein letztes Mal werden die Instrumente gestimmt, dann gibt Dirigent Helmut Imig den Einsatz für die Musiker, die zeitgleich mit dem Film beginnen – und nicht mehr aufhören zu spielen. Selbst wer den Film schon mehrere Male gesehen hat, wird erstaunt sein, wie hoch der Musikanteil ist.

 

Es gibt während der gesamten Spielzeit lediglich ein paar Dialoge, die nicht mit Musik begleitet werden – ansonsten sind die Musiker ohne Unterbrechung im Einsatz. Brasilianische Glocken und Zimbeln sorgen für den Karibik-Sound, Geigen unterstreichen die romantischen Stellen und Jungle Drums lassen den Saal vibrieren.

 

Imig weiß, welchen Anteil die Musik an einem gelungenen Filmerlebnis hat: „Mit den Augen schaut man – aber mit dem Herzen hört man. Durch den Live-Auftritt hat die Musik eine viel größere Präsenz.“ Und so ist der Zuschauer zu Beginn des Films auch fast überfordert, denn man möchte den Musikern zuschauen und gleichzeitig den Film verfolgen, der Filmmusik lauschen und dennoch nichts von den Dialogen verpassen.

 

Helmut Imig im chilli-Gespräch. Foto: Tanja Bruckert

Helmut Imig im chilli-Gespräch. Foto: Tanja Bruckert

 

Doch im Laufe der Vorführung treten die Musiker zumindest während der leiseren Stellen oftmals in den Hintergrund, wahrscheinlich auch deswegen, weil die Musik perfekt auf den Film abgepasst ist. Ein Klick im Ohr hilft Imig den Takt zu halten, schwierig zu treffende Stellen hat der Dirigent zudem schon „tausendmal“ gesehen.

 

Langweilig wird es ihm dennoch nicht, außer vielleicht in den kurzen Spielpausen. „Es gibt eine Stelle, an der das Orchester fast eine ganze Minute lang nicht spielt – da kann ich ja fast schon den Taktstock aus der Hand legen!“ moniert der 71-Jährige.

 

Auch nach dem Konzert wird es Imig zunächst nicht langweilig. Zahlreiche Male muss er auf die Bühne kommen, denn das Freiburger Publikum ist begeistert und spart nicht mit Applaus – weder der Junge noch das Rockerpärchen.