Vor fünf Jahren gründeten der diplomierte Forstwissenschaftler Julien Röslen (35) und der Sportwissenschaftler Lars Millentrup (34) ihren Biosk. Das kleine Häuschen vor der Stadthalle stand damals leer, es war aber klar, dass die Universitätsbibliothek (UB) übergangsweise auf den Messplatz ziehen würde. Die wird bald wieder abziehen, der Biosk aber soll bleiben, wie die beiden Macher im Cafégespräch mit chilli-Autor Frederik Skorzinski erzählen.

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chilli: Könnt ihr euch überhaupt noch ein Leben ohne Biosk vorstellen?
Röslen: Nur Schwer. Über Weihnachten haben wir zwei Wochen Entzug, meistens freue ich mich dann wieder auf die Arbeit.
Millentrup: Wir sind seit fünf Jahren hier, auch wenn uns das manche anfangs nicht zugetraut hätten. Das sehen wir als Bestätigung für das Konzept und die harte Arbeit.

chilli: Was bedeutet der geplante Umzug der UB?
Millentrup: Das wird spannend. Unsere Kunden sind überwiegend Studenten, die dann nicht mehr da sein werden. Für uns ist eine wichtige Frage, wie die Stadthalle dann genutzt wird. Aber wir werden den Biosk erst mal weiterlaufen lassen …

chilli: … sucht aber trotzdem schon nach anderen Standorten.
Millentrup: Wir halten die Augen nach Alternativen offen. Ideal wäre ein Standort in der Innenstadt, der es Studenten ermöglicht, zu kommen und andererseits auch das Publikum erweitert. Es gibt genug Leute, die uns nicht kennen.
Röslen: Wir haben uns aber auch schon breiter aufgestellt. Wir haben für besondere Anlässe einen VW-Bus, unser Cafémobil, umgebaut, und sind auch ins Cateringgeschäft eingestiegen. Wir werden sehen, wo die Reise hingeht.

chilli: Was zeichnet euer Geschäftsmodell aus?
Millentrup: Wir sind bio-zertifiziert. Wir können jedem sagen, was in den Produkten drin ist. Unsere Kunden werden ehrlich bedient und unsere Mitarbeiter arbeiten gerne hier. Das ist uns unterm Strich viel mehr wert, als am Ende des Tages vollgestopfte Taschen zu haben. Wir sind halt für reinen Profit nicht die Typen, das muss man ganz klar sagen.
Röslen: Gastro ist ein hartes Geschäft. Manche verkaufen minderwertige Produkte zu überhöhten Preisen. Bei uns ist drin, was drauf steht. Die Leute sollen etwas Gescheites zu essen und zu trinken bekommen. Und bei uns ist der WKD (Wirtschaftskontrolldienst, d. Red.) immer willkommen.

Foto: Frederik Skorzinski