Freiburg im Jahre 1938. Ein jüdischer Kaufmann schließt mit seinem Prokuristen ein  Scheingeschäft ab, um zu verhindern, dass sein Warenhaus in die Hände der Nazis fällt: Das Kaufhaus geht zwar in den Besitz des Prokuristen über, doch verpflichtet sich dieser, es in besseren Zeiten an die Gründerfamilie zurückzugeben.

 

1967: Der Sohn des Kaufmanns klagt auf Rückübereignung, der Prozess zieht sich 14 Jahre, die Rückgabe seines ererbten Eigentums wird verweigert. 1991 taucht der – mittlerweile betagte – Sohn wieder auf und fordert, den Prozess noch einmal aufzurollen: Es habe sich um ein Fehlurteil gehandelt.

 

Zu diesem Schluss kommt dann auch bald die junge Staatsanwältin, die sich der Sache annimmt. Allein: Der damalige Richter, dem das Fehlurteil vorgeworfen wird, ist inzwischen Präsident des Oberlandesgerichts Karlsruhe.

 

Die unerschrockene Staatsanwältin findet sich nach der Klageerhebung gegen ihn bald in einem Gewirr von Ungereimtheiten, von Seil-, Burschen- und Machenschaften wieder. Sascha Berst hat einen packenden Roman geschrieben, dessen Handlung durchaus in der Realität angesiedelt sein könnte. Allerdings packt er so viele Nebenschauplätze hinein, dass es auch für zwei Bücher gereicht hätte.

 

Text: Erika Weisser

 

Cover_Fehlurteil

 

Fehlurteil

von Sascha Berst

Gmeiner Verlag 2014

309 Seiten

11,99 Euro

 

 

Sascha Berst liest am 13.4., 11 Uhr, bei der Veranstaltungsreihe “Kaffee mit Schuss” an der Bergstation Schauinsland. Die Lesung ist nur gemeinsam mit einem Frühstück buchbar. Info & Tickets: www.freiburger-krimipreis.de