Es ist wohl der allerletzte Versuch, die von SWR-Intendant Peter Boudgoust vorgeschlagene und vom SWR-Rundfunkrat bereits abgesegnete Fusion der beiden großen SWR-Klangkörper im Jahr 2016 zu verhindern – und so das Sinfonieorchester Baden-Baden/Freiburg (SO) zu retten. Freiburgs Oberbürgermeister Dieter Salomon (Grüne) und der SWR wollen noch vor der Sommerpause eine Träger- und Geberkonferenz einberufen: Gesucht wird ein Stiftungsmodell für ein eigenständiges Sinfonieorchester. Die Idee dazu hatte die Grünen-Fraktionschefin im Landtag, Edith Sitzmann.

Sinfonieorchester Baden-Baden

 

Es soll nun geklärt werden, ob es Träger für eine öffentlich-rechtliche Stiftung zum Erhalt des SO gibt und welche Zuschussgeber als dauerhafte Zustifter mit welchen Zusagen sich einbringen würden. Ein Jahr Klangkörper kostet derzeit zehn bis elf Millionen Euro. Der SWR würde sich degressiv mit anfänglich vier Millionen Euro einbringen. „Gibt es einen Träger, gibt es genügend Zustifter, um das SO außerhalb des SWR zu erhalten? Die Musikerinnen und Musiker haben, aber auch die Öffentlichkeit hat hier eine umfassende Erörterung und eine ehrliche Antwort verdient“, sagt Boudgoust. Und glaubt aber insgeheim eher nicht an einen Erfolg.

Der Freiburger Gemeinderat hatte – für manche überraschend – in seiner jüngsten Sitzung für den Fall eines Verbleibs des SO in Freiburg mit 46 von 48 Stimmen sogar einen Mieterlass im Konzerthaus in Höhe von jährlich 340.000 Euro beschlossen. Ein Signal, eine Rarität in der Politik: Denn hier hilft eine Kommune einer öffentlich-rechtlichen Anstalt. Die bis 2020 rund 166 Millionen Euro einsparen will. Gesucht sind nun für jede Spielzeit rund fünf Millionen Euro.

Zur Konferenz im Freiburger Rathaus eingeladen sind Vertreter der Landesregierung, Landräte, südbadische Oberbürgermeister, Vertreter der Deutschen Orchestervereinigung sowie Freunde und Förderer des SO. Die Konferenz soll in Freiburg im Rathaus stattfinden. Salomon: „Wir unterstützen jede Lösung, um die Rettung zu erreichen.“

Text: Lars Bargmann / Foto: SWR/Lamparter