Sebastian Starke aus Waldkirch startet im kommenden Februar von Freiburg aus auf eine Reise der besonderen Art: Er und 13 weitere junge Menschen fahren mit – in Deutschland eigentlich ausrangierten – Autos durch sieben Länder ins 7500 Kilometer entfernte Gambia. Die Fahrzeuge, die vor Ort für einen guten Zweck versteigert werden, sind beladen mit Hilfsgütern aller Art. Zudem haben die Teilnehmer der von Starke ins Leben gerufenen Rallye „Drive-to-help“ auch eine nicht unerhebliche Summe an Spendengeldern dabei. Ziel ist eine Klinik nahe der Hauptstadt Banjul, bei der der 25-jährige Medizinstudent im vergangenen Jahr ein Praktikum absolviert hat.

 

 

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„Alles hat vor zwei Jahren angefangen: Da habe ich bei einer ähnlichen Rallye mitgemacht, die zweimal im Jahr von Dresden aus startet. Von einem Notarzt beim Roten Kreuz, für das ich auch arbeite, habe ich von der Aktion erfahren und er hat mich auch auf die ASB-Klinik in Serekunda aufmerksam gemacht.

 

 

Also sind wir mit einem 20 Jahre alten VW-Bus, den wir für 200 Euro gekauft und dann selber wieder flott gemacht haben, nach Afrika aufgebrochen. Die Aktion war ein Super-Erfolg – allein der Bus hat beim Wiederverkauf 2500 Euro eingebracht, dazu kamen etliche tausend Euro an Geldspenden, Verbandszeug im Wert von 5000 Euro, Medikamente für 10.000 Euro. Es war einfach ein richtig schönes Gefühl zu sehen, dass man Menschen etwas Gutes tun kann.

 

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Im vergangenen Jahr habe ich dann – studienbedingt – ein Praktikum in eben dieser Klinik gemacht. Das war ebenfalls eine spannende und lehrreiche Zeit. Man muss sich das vorstellen, da gibt es nicht einmal einen Arzt. Die meiste Arbeit erledigen dort die Krankenschwestern, die aber echt einen tollen Job machen. Allerdings spielen fehlende Mittel dort eine große Rolle. Ich bin total begeistert von dem Projekt und wollte meinen Teil zum weiteren Gelingen beisteuern, und so kam die Idee, mit Freunden eine eigene Rallye dorthin zu veranstalten.

 

 

Inzwischen sind wir sieben Teams – das ist eine gute, weil überschaubare Größe. Jetzt sind wir dabei, Geld- und Sachspenden und Fahrzeuge zu organisieren. Ich werde in einem alten Renault Espace auf die Strecke gehen. Der steht schon unten vor der Wohnung und wird auf Vordermann gebracht.

 

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Die ersten 2200 Kilometer bis Gibraltar fahren wir noch auf Asphalt, danach wird aber jeder Kilometer endlos. Unwegsames Gelände, heiße Temperaturen und andere extreme Situationen erwarten uns, Stichwort: Malaria. Wobei man gerade das auch nirgends besser behandeln kann, als vor Ort, die sind da Profis. Deswegen ist das eigentlich halb so wild.“

 

Text: Felix Holm / Foto: Privat

 

Mithelfen unter: www.drive-to-help.de

 

 

Weitere Heimspiele:

 

Spürhund Uras http://chilli-freiburg.de/02-freiburg/immer-der-nase-nach-interview-mit-sprengstoffspurhund-uras/

 

Die Baumpatin http://chilli-freiburg.de/02-freiburg/die-baumpatin-freiburg-packt-an/

 

Die Rentner vom Waldsee http://chilli-freiburg.de/02-freiburg/heimspiel-die-rentner-vom-waldsee/