Die Serie hält an: Zum fünften Mal in Folge hat die Freiburger Verkehrs AG (VAG) ihre Fahrgastzahlen in die Höhe geschraubt. 76 Millionen Fahrgäste haben die Busse und Bahnen in 2012 auf Achse gehalten. Aber auch in anderen Bereichen gab es Rekordverdächtiges zu vermelden: Die Umsätze stiegen um fast 2 auf 52 Millionen Euro an, bei dem Unternehmen arbeiten im Vergleich zum Vorjahr 20 Menschen mehr, sechs neue Gelenkbusse rollen seit 2012 durch Freiburgs Straßen und eine neue Ticket-App und einen „Schwungradspeicher“ gibt’s jetzt auch. Allerdings sind auch die roten Zahlen erneut in die Höhe geschnellt.

 

VAG Freiburg

 

Das Jahresminus von 6,3 Millionen Euro liest sich zwar im ersten Moment im Vergleich zum Vorjahr besser – 2011 standen hier noch 8,7 Millionen Euro zu Buche – das ist allerdings dem Umstand zu verdanken, dass eine steuerliche Rücklage der VAG aufgelöst werden musste. Ohne dieses eher zufällige Ereignis läge das Jahresminus bei satten 10,2 Millionen. Und das wird sich mittelfristig wohl auch nicht zum Besseren wenden, wie der technische Vorstand der VAG, Stephan Bartosch, durch die Blume bestätigte: „Wir wollen in den kommenden Jahren eine Menge investieren.“

 

Gemeint sind vor allem Investitionen in die Stadtbahnverlängerungen nach Zähringen, an die Messe, die Strecke über den Rotteckring und der Ausbau an der Waldkircher Straße. Aber nicht nur ins Netz, sondern auch in den Fuhrpark fließt Geld: Bereits seit vergangenem Jahr sind sechs neue Gelenkbusse unterwegs, die jeweils zwischen 360.000 und 400.000 Euro gekostet haben. Ab 2015 werden zudem nach und nach zwölf neue Stadtbahnen aufs Gleis geschickt, die zusammen etwa 40 Millionen Euro kosten. „Das sind Investitionen in die Stadt Freiburg, die den Bewohnern zu Gute kommen“, sagt Bartosch.

 

Neben der Hardware hat die VAG aber auch in anderen Bereichen Neues zu bieten: So ging die App „VAG Mobil“ ans Netz, mit der User Fahrplaninfos abrufen und Fahrscheine online kaufen können. Und auch beim Energiesparen zeigt sie der ÖPNV-Betrieb innovativ: Im Winter wurde der in der Wendeschleife in Landwasser postierte Schwungradspeicher in Betrieb genommen, der die beim Bremsen anfallende Energie aufnimmt und an anfahrende Fahrzeuge weiterleitet. So könnten jährlich bis zu 250.000 Kilowattstunden Strom gewonnen werden, was dem Jahresenergiebedarf von 65 Haushalten entspricht. Bei solchen Nachrichten wundert es nicht, dass die VAG bei der vom Institut „TNS Infratest“ durchgeführten Umfrage „ÖPNV Kundenbarometer“ deutschlandweit auf Rang drei gelandet ist.

 

Text: Felix Holm

 

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