Natürlich rege ich mich darüber auf, dass die halbe Mannschaft nach dieser erfolgreichen Saison den SC Freiburg verlässt. Und auch ich frage mich: Wie kann man nur so blöd sein und scheinbar jedem zweiten Spieler eine verhältnismäßig niedrige fixe Ablösesumme in den Vertrag schreiben?

Sorgen
Also gut. Der Fußballfan in mir atmet zweimal tief durch und gut ist. Was können wir Positives aus dieser Erfahrung ziehen? Menschen, die viel leisten, werden nicht nur gut bezahlt, sie sind auch begehrt bei anderen Arbeitgebern. Aber ist das in anderen Bereichen auch so? Die selbsterklärten Vorzeige-Viel-Leister unserer Gesellschaft sind ja bekanntermaßen die Politiker. Steht bei denen eigentlich auch eine Ablösesumme im Vertrag? Was kostet ein Neideck? Wie viel muss man für den von Kirchbach bezahlen? Und was hätte man für Salomon bekommen, wenn er denn, wie ja einmal gemutmaßt wurde, nach Stuttgart gewechselt wäre?

Der Gewinn aus solchen Ablösen könnte jedenfalls gleich dazu verwendet werden, bestehende Finanzlöcher zu stopfen. Aber: Wer will tatsächlich für unsere Politiker etwas bezahlen? Die meisten anderen Städte haben nämlich noch weniger Geld als Freiburg. Und selbst wir könnten uns wohl kaum einen neuen Polit-Star fürs Rathaus-Mittelfeld leisten. So wird es wohl dabei bleiben, dass die Gemeindratstribüne im seltensten Fall ausverkauft ist. Und dass, obwohl nicht mal Eintritt verlangt wird.

Text: Felix Holm