Ja so was! Da haben die Amerikaner doch tatsächlich spioniert. Und dann auch noch bei uns! Die fiesen Hunde! Und dabei wurden offenbar ja nicht nur Handys abgehört, sondern auch noch Mitarbeiter im Staatsdienst zu Überläufern gemacht. Also, das geht so schon mal gar nicht.

Spione schön und gut. Aber, wenn diese Herren und Damen mit den schwarzen Mänteln und den Sonnenbrillen sich in Deutschland aufhalten, gilt auch für sie natürlich deutsches Recht. Und nach dem darf man nicht einfach so irgendwelche Telefongespräche mithören oder sich Einblick in Akten des Verteidigungsministeriums verschaffen. Deutschland ist schließlich ein ehrbares Land. Und überhaupt: Wenn deutsche Spione sensible Daten aus anderen Ländern besorgen, machen sie das auf dem politisch korrekten Weg. Sie googeln vielleicht erst Mal ein bisschen, dann ein offener Anruf beim jeweils zu Bespitzelnden, und dann, wenn es für alle Beteiligten o.k. ist, vielleicht auch eine schriftliche Erlaubnisanfrage, ob man das eine oder andere Foto (benutzen Spione im Internetzeitalter eigentlich immer noch Microfilme oder auch schon Micro-SD-Karten?) der geheimen Akten schießen dürfe.

„Dass die Amerikaner drittklassige Leute bei uns anwerben dürfen“ findet Finanzminister Wolfgang Schäuble folgerichtig auch „so was von blöd“. Eben. Nach deutschen Spionage-Standards gebietet das internationale Fairplay, dass wir den Amis unsere Besten der Besten anbieten.

Text: Felix Holm