Windfonds, Holzinvestments, Projektsparbriefe: Am 10. November dreht sich im Historischen Kaufhaus in Freiburg alles um „Grünes Geld“. Und damit sind keine grünen Scheinchen gemeint, sondern nachhaltige Investitionen – vorzugsweise direkt in der Region. Welche Möglichkeiten bietet Freiburg?

Um sein Geld nachhaltig zu investieren, muss man nicht viel auf der hohen Kante haben, es reicht schon das Sparkonto bei der richtigen Bank. Und so sind Investitionen in Erneuerbare Energien, Umwelt und Soziales beliebt wie nie: Laut einer Studie des Forums Nachhaltige Geldanlagen (FNG) wurden in Deutschland im vergangenen Jahr 21,6 Milliarden Euro nachhaltig investiert – mit Kundeneinlagen von grünen Banken sogar 63 Milliarden. Im Vergleich: Noch 2005 investierten die Deutschen gerade einmal 5 Milliarden Euro in Umwelt- und Sozialprojekte.

Nachhaltige Anlage: Allein 2011 wurden 63 Milliarden Euro investiert.


Nicht nur nachhaltig, sondern auch regional – das ist bei der GLS Bank möglich. Wer hier ein Konto eröffnet, kann sich aussuchen, in welchem Bereich die Bank mit seinem Geld arbeitet. Die grüne Bank, die im Freiburger Sonnenschiff an der Merzhauser Straße sitzt, unterstützt etwa Behinderteneinrichtungen, Wohnprojekte oder die ökologische Landwirtschaft. Rund um Freiburg können Anleger also mithelfen, dass der Rainhof in Kirchzarten saniert wird, in dem junge Familien gemeinsam mit älteren und behinderten Menschen leben. Oder man investiert in die Rehaklinik Sonneneck in Badenweiler, der die GLS etwa ein Blockkraftwerk finanziert. Wer möchte, kann sogar seine Zinsen spenden.

Bei der Regiowind GmbH & Co. Freiburg KG, einer Tochter der Ökostrom Erzeugung Freiburg GmbH und der Badenova AG, wird in Windkraft investiert. Sechs Windräder drehen sich auf Rosskopf und Schauinsland, ein siebtes ist fürs nächste Jahr auf dem Ochsenberg zwischen Holzschlägermatte und dem Schauinslandgipfel geplant. Prokuristin Petra Zentgraf sieht einen Trend hin zu regionalen Geldanlagen. Die bestehenden Anlagen sind komplett gezeichnet, für die neue gebe es eine über tausend Namen zählende Interessentenliste – und das, obwohl die bisherige Rendite durch drei windschwache Jahre deutlich hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. „Nach dem Finanzcrash ist das Interesse stark gestiegen. Die Menschen wollen in etwas investieren, das sie anfassen können. Bei uns können sie aus dem Fenster schauen und sagen: Diese Flügelspitze gehört mir“, sagt Zentgraf.

Renditeproblem: Drei windschwache Jahre sorgen für finanzielle Flaute.


„Wenn ich mein Geld bei der Bank anlege, muss ich damit rechnen, dass es in Rüstungsprojekte oder Ähnliches investiert wird“, erzählt Bruno Bohrer, Inhaber des Bohrerhofs in Feldkirch. Rund 120 Anleger, vor allem Gäste aus der Region, investieren bei ihm in die Landwirtschaft, in die Gastronomie und die Beherbergung. Die Idee wurde aus der Not geboren, da Bohrer von den Banken keinen Kredit für seine Gastronomie bekam. Die Branche galt als zu unsicher. Sieben Jahre lang muss der Anleger beim Bohrerhof auf sein Geld (mindestens 1000 Euro) verzichten können, dafür liegt die Basisdividende bei 7,5 Prozent. Eine nachhaltige Anlage, direkt in der Region und ohne Umweg über die Bank.

Text: Tanja Bruckert / Fotos: Privat / Mathis Beutel