30 Prozent Stromeinsparung, 60 Prozent des Wärmebedarfs, rund eine Million Euro weniger Energiekosten im Jahr: Für den Freiburger Halbleiterhersteller Micronas ist die Inbetriebnahme seines gut vier Millionen Euro teuren Blockheizkraftwerks (BHKW) sowohl mit Blick auf die Betriebskosten als auch auf den Umweltschutz ein großer Schritt. Und ein Bekenntnis zum Standort Freiburg mit seinem Green Industry Park.

 

Gemeinschaftlich drücken Micronas-Geschäftsführer Matthias Bopp und Oberbürgermeister Dieter Salomon den roten Knopf, um das neue BHKW zu starten, und dann passiert – zunächst gar nichts. Erst eine knappe Minute später springen die Motoren mit ohrenbetäubendem Brummen an. Im Inneren der Anlage fangen mit diesem Knopfdruck die beiden erdgasbetriebenen Verbrennungsmotoren an, Strom zu erzeugen. Die Wärme, die dabei entsteht, wird im Winter zum Heizen genutzt. Im Sommer wird diese thermische Energie zwei Absorbern zur Kälteerzeugung zugeführt. So will Micronas künftig seinen Strombedarf um ein Drittel, seinen Wärmebedarf um rund zwei Drittel und den Kältebedarf um etwa 40 Prozent senken.

 

Hand in Hand: OB Dieter Salomon und Micronas-CEO Matthias Bopp zünden das Kraftwerk. Foto: tbr

Umweltfreundliche Energie fürs Industriegebiet Nord. Foto: Micronas.

 

Bopp freuen vor allem die sinkenden Betriebskosten: Die mehr als vier Millionen Euro werden sich schon in gut vier Jahren amortisieren. Die Wirtschaftlichkeit sei jedoch nicht der einzige Grund zur Freude, so Bopp. Zusammen mit der Photovoltaikanlage soll der Ausstoß des Klimafeinds Kohlendioxid jährlich um mehr als 6000 Tonnen verringert werden. „Trotz der hohen Belastungen, die die Energiewende mit sich bringt, bekennen wir uns zum Produktionsstandort Freiburg“, verspricht Bopp.

 

Ein Freiburg-Bekenntnis einer der größten lokalen Industriebetriebe mit rund 900 Mitarbeitern und ein Vorbildprojekt für den geplanten Green Industry Park – auch Salomon darf sich freuen. Das BHKW reiht sich ein in die Liste der Leuchtturmprojekte des Industriegebiets Nord wie die Holzpelletanlage von Pfizer, die Photovoltaikanlage am Eichelbuck oder die E-Mobilität bei Ikea. Damit das grüne Industriegebiet nicht nur ein schickes Label bleibt, sondern dazu beiträgt, dass die Stadt Freiburg ihr Energiesparziel von 50 Prozent bis zum Jahr 2030 einhalten kann, müssen solche Ausnahmeprojekte jedoch bald zur Regel werden.

 

Text: Tanja Bruckert