Die Lage ist das, was Immobilienmakler 1A nennen: ziemlich weit oben am Westhang des Schlossbergs, mit einem Blick auf die Spitze des Freiburger Münsters. Ringsherum dichter Bewuchs, ruhige Waldwege, und für ein bisschen Autolärm muss man die Ohren mächtig spitzen. Hier in dieser Idylle hat Anneliese Baumann 44 Jahre lang ihren Minigolfplatz betrieben. Jetzt gibt die fast 80-Jährige diesen aus Altersgründen auf. „Es ist schon in den vergangenen Jahren immer beschwerlicher geworden für meine Mutter und ihren Lebensgefährten“, sagt Arno Baumann, der sich derzeit um den Verkauf kümmert. Was die Anlage kosten soll, will er der Presse nicht sagen. Nach chilli-Informationen geht es um knapp 100.000 Euro. Verhandelt wird schon seit Monaten. Bisher erfolglos.

In die Jahre gekommen: Die malerisch gelegene Freizeiteinrichtung am Westhang sucht noch einen neuen Pächter.

 

Peu à peu sei aus dem einstigen Geschäft ein Hobby geworden. Das hätten die beiden Betreiber zwar mit viel Liebe gepflegt, aber so professionell wie einst sei der Platz nicht mehr betrieben worden. Das sieht man der Anlage auch an: Die Bahnen, jede in den Farben eines Landes gestaltet, sind deutlich in die Jahre gekommen, auf den Tischtennisplatten bilden sich bei Regen tiefe Pfützen, und auch an der Kegelbahn hat der Zahn der Zeit deutlich genagt.

 

1970 hat Familie Baumann das mehr als 10.000 Quadratmeter große Grundstück von der Stadt Freiburg gepachtet. Die Bahnen fürs Minigolf, die Kegelbahn, der Autoscooter – alles, was an Gerätschaften und Equipment oben am Schlossberg steht, hat die Familie selbst angeschafft und will es nun verkaufen. „Wir sind in Verhandlungen mit einem Interessenten“, sagt Baumann. Er selbst hat einige Konzepte für die Anlage entwickelt, sich dann aber doch entschieden, sein bisheriges Unternehmen weiterzuführen und die Minigolfanlage zu verkaufen. Über den Preis und die bisherigen Umsätze schweigt er sich aus, nur so viel: Wenn man all das zusammenrechne, was an Investitionen und Eigenleistungen wie das Verlegen von Wegen erfolgt sei, lande man schnell im unteren sechsstelligen Bereich. „Seinen Lebensunterhalt kann man mit so einer Anlage durchaus bestreiten und zwar mehr als gut“, sagt Baumann.

 

Wichtiger als der Kaufpreis sei ihm jedoch, dass der neue Besitzer die Anlage wieder zum Leben erwecke. „Das, was ich von den Ideen des Interessenten kenne, ist schon mal sehr toll“, sagt Baumann. Der potentielle Käufer komme aus dem Kunsthandwerk und habe Pläne, die sich wunderbar für den Platz eignen würden. Eine Minigolfanlage würde es dann auf jeden Fall weiter geben. Auch die Stadt, so Pressesprecher Toni Klein, habe großes Interesse daran, mit dem zukünftigen Besitzer einen neuen Pachtvertrag abzuschließen und am Schlossberghang ein entspanntes Freizeitvergnügen mit Naherholungscharakter zu erhalten.

 

„Das haben unsere Gäste immer sehr geschätzt, dass sie hier in zehn Minuten raus aus der Stadt waren und unter Bäumen gemütlich bei leichter und spaßiger Betätigung ein bisschen frische Luft tanken konnten“, sagt Baumann. Die Saison 2014 ist in diesen Tagen vorbei, und Familie Baumann gibt nach 44 Jahren den Staffelstab weiter. Kommt der Kauf mit dem Interessenten tatsächlich zustande, hat er gut vier bis fünf Monate, bevor die neue Saison startet. Spielt das Wetter mit, heißt es bereits ab März: Einlochen mit Münsterblick. 

 

Text & Foto: Claudia Füßler