Merkel Combat

Uschi möchte die Bundeswehr aufhübschen. Unser Heer soll schöner werden, heißt das neue Großprojekt von Ursula von der Leyen. Eine Attraktivitätsoffensive – welch großartige Idee! Das muss schon beim Namen anfangen. Die Tage der Bundeswehr sind gezählt, ab sofort sprechen wir von der Honk School of Economic Killing.

 

Vollkommen zu Recht möchte Frau Ministerin, dass Soldaten mehr von zu Hause arbeiten. Also im Prinzip „Home Killing“, es gibt schließlich Drohnen. Zwischen Wickeln und Fläschchen für den kleinen Nachwuchssoldaten, wird mal eben per Mausklick ein Weichziel in Pakistan ausgeschaltet. Und wenn Papa oder Mama doch mal mehrere Anläufe brauchen, dann stehen die Großeltern als Babysitter bereit im extra eingerichteten Krampfadergeschwader.

 

Darum hat von der Leyen auch das Ziel: weniger Versetzungen! Das kennen viele Soldaten schon aus der Schule. In Coachings soll das Führungspersonal weitergebildet werden. Man brüllt dann nicht mehr: „Rührt euch!“, sondern sagt: „Durch die Benchmark unserer neuen sexy Challenge werden wir als proaktives Team einen Master-Plan mit Mindness-Training performen, wenn ihr euch dazu committet, dass ihr euch rührt!“ Die Ministerin legt aber auch Wert auf die Weiterbildung der einfachen Soldaten. Qualifizierung für einen Wechsel in die Wirtschaft nach der Bundeswehr – oder für eine Karriere in der Politik. Zu Übungszwecken müssen die Soldaten jeden Abend im Feldbett mit Daunendecke das Ballerspiel „Merkel Combat“ spielen. Und zwar mit einem weiblichen Ninja namens Khameleon. Es gibt mehrere Levels: Das erste heißt „Vollstes Vertrauen“, da räumen sie Gegner wie Wulff, Schavan, Röttgen, Oettinger oder Guttenberg aus dem Weg.

 

Auf dem zweiten Level äschern sie die Wehrpflicht und die Atomkraft ein. Das macht Spaß! Welcher Soldat hat nicht schon mal davon geträumt, ein AKW in die Luft zu jagen? Auf dem dritten ballern sie richtig um sich. Es ist ganz neu und heißt „Juncker Filettierung“, da werden sie zum Kannibalen von Brüssel. Das ist psychologische Kriegsführung in ihrer höchsten Form. Das Votum des Europaparlaments für den Wahlsieger Juncker bezeichnen sie als Kriegserklärung, um dann direkt danach auf dem Katholikentag doch zu sagen, dass sie ihn leben lassen – aber nur so lange SIE wollen. Das kommt davon, wenn man als vertrocknete Protestantin vom Weihrauch high wird!

FlorianSchroeder

 

Herzlich, Florian Schroeder

 

Florian Schroeder, Kabarettist, studierte in Freiburg, lebt in Berlin und vergibt die chilli-Schote am goldenen Band.

 

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