Seit Wochen reden wir über die Homo-Ehe. Und nun hat Annegret Kramp-Karrenbauer, die Ministerpräsidentin des Saarlands, den Vogel abgeschossen. Sie findet: Wer die Homo-Ehe befürwortet, muss auch Inzest und Polygamie erlauben. Schwule sind also Leute, die ihre Geschwister heiraten wollen – und zwar alle. Ich fürchte, im Saarland geht man davon aus, dass Menschen schwul werden durch Tröpfchen-Infektion. Und wenn diese Schwulen dann Kinder adoptieren dürfen, werden die automatisch auch schwul.

Florian Schroeder, Kabarettist, studierte in Freiburg, lebt in Berlin und vergibt die chilli-Schote am goldenen Band.

 

Deshalb fühlt sich die Kanzlerin nicht so ganz wohl mit dem Kindeswohl in der Homo-Ehe. Was für ein Schwachsinn! Ob nun Mama und Papa oder eher zwei Papis ihren Kindern vergeblich Ballerspiele verbieten wollen, ist doch egal! Ich glaube, hinter der Abneigung gegen die Homo-Ehe steckt was anderes. Ich erkläre es Ihnen: Das Ziel der Ehe ist ja die Zähmung des Mannes. Und wie gelingt das? Nur durch Frauen. Fakt ist: Männer ohne Frauen sind ein Sicherheitsrisiko. Über 90 Prozent aller Mörder im Knast sind Männer, Wohnungslose sind zu zwei Dritteln Männer, an Alkoholismus sterben jedes Jahr dreimal so viele Männer wie Frauen. Da sagt die CDU: Wenn jetzt zwei von der Sorte zusammenkommen, gefährdet das unsere Gesellschaft: Da sind bald 180 Prozent aller Männer Mörder und vier Drittel aller Männer ohne Wohnung …

 

Ich sage: Wir brauchen keine Ehe für alle, wir brauchen die Ehe für keinen! Die Ehe war immer schon ein Niedergang für die Menschheit – um es mal mit dem Vatikan zu formulieren. Der Staat sagt: Wenn die Leute weniger Steuern zahlen müssen, heiraten sie und fallen uns später nicht so zur Last – bei Arbeitslosigkeit, Pflege oder Rente. Damit das nicht ganz so kalt und gemein wirkt, hat man die Romantik ins Spiel gebracht: Heiraten aus Liebe! Und das auf ewig. Psychologen sagen aber, die Verliebtheit ist Verwirrung und sogar vergleichbar mit einer mittleren Psychose. Und die führt auf Dauer entweder in die Psychiatrie – oder in die Politik.

 

Der wahre Fortschritt wäre, die Ehe abzuschaffen. Staatlich unterstützt wird, wer Kinder erzieht und alle spinnerten Ehegattensplittings und Prämien, die aus Gefühlen Steuersparmodelle machen, werden abgeschafft. Dann dürfen auch die Kramp-Karrenbauers dieser Welt das tun, was sie tun sollten: die Babyklappe halten.

 

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