Einhaltung von Umweltauflagen, verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen, faire Arbeitsbedingungen, keine Kinderarbeit – Nachhaltigkeit ist Modekunden wichtig, wie zahlreiche Studien zeigen. Und doch dominieren in den Einkaufspassagen die H&M- und Esprit-Tüten. Stil und Nachhaltigkeit – das scheint für viele einfach nicht zusammenzupassen. Dass es auch anders geht, weiß Pedro Antunes, der seit drei Jahren die Modeboutique d’antunes in der Freiburger Gartenstraße betreibt. Er zeigt, dass schicke Kleidung nicht unbedingt das Gewissen belasten muss.

Für jede Frau ein Lieblingsstück: Bei d’antunes kann man mit gutem Gewissen stylische und feminine Mode kaufen.

 

Das einzigartige Sortiment bietet Kleider, Tuniken, Jacken und Blusen: edel, blumig verspielt oder ornamental, künstlerisch-grafisch oder klassisch schwarz. Jedes Kleidungsstück ist liebevoll ausgewählt, auch was die Qualität der Materialien anbelangt. Die leichte und frische Sommermode reicht von Urban Style bis Ethno, von farbenfroh bis klassisch dezent.

 

„Wir suchen ständig nach neuen Marken, die zeigen, dass Bio-Mode durchaus stylisch, elegant und feminin sein kann“, sagt Inhaber Antunes. Zweimal im Jahr besuchen er und seine Mitarbeiter führende Ökomessen, um kleine, innovative Labels aufzuspüren, die individuelle Kleidung fertigen, die nicht von der Stange kommt. Das Team fragt nach, schaut sich Struk- turen und Produktionsbedingungen an und erst, wenn es restlos überzeugt ist, schafft es ein Label auf die Kleiderstange. Doch eine endgültige Kontrolle ist selbst für den Experten nicht einfach, ein verbindliches Siegel gibt es nicht.

Für jede Frau ein Lieblingsstück: Bei d’antunes kann man mit gutem Gewissen stylische und feminine Mode kaufen.

 

Dabei sah alles so schön aus: Im Oktober 2014 will Bundes- entwicklungsminister Gerd Müller ein Textilbündnis vorstellen, in dem sich alle wichtigen deutschen Handelsverbände zu mehr Nachhaltigkeit verpflichten sollen. Doch die Textillobby lässt den Minister auflaufen, das Bündnis wird so weit ausgehöhlt, dass die Unternehmen aus fast allen Verpflichtungen entlassen werden.

 

Ein herber Schlag für Antunes: „Wir haben zusammen mit vielen anderen den Weg vorbereitet, jetzt wird es Zeit, dass die Großen nachziehen.“ Dass an den Produktionsbedingungen einiges geändert werden muss, weiß der 42-Jährige aus eigener Erfahrung. Zehn Jahre lang hat er in Indien gelebt, dort ein eigenes Bio-Label gegründet, drei Modeläden geführt. Dann kommt sein Geschäftspartner bei einem Bombenanschlag auf einem Markt in Neu-Delhi ums Leben, Antunes bricht alle Zelte ab, kehrt zurück nach Deutschland.

Für jede Frau ein Lieblingsstück: Bei d’antunes kann man mit gutem Gewissen stylische und feminine Mode kaufen.

 

Dort eröffnet er 2011 eine Boutique in Konstanz, im Jahr darauf folgt eine weitere in Freiburg. Zwischen alten Kastanien und den Tischen der Straßencafés bietet sein kleines Ladengeschäft in diesem charmanten Eck Freiburgs nun Mode für Frauen jeden Alters und jeder Figur. „Uns liegt daran, dass jede Kundin ein Lieblingsstück findet“, betont der Inhaber. Feminin, frech, fröhlich, farbenfroh, figurbetont – das ist das Motto des d’antunes-Teams. Nur Männermode ist hier nicht zu finden: die Nachfrage fehlt.

 

Preislich kann die Boutique mit Orsay & Co. nicht mithalten, Blusen und Röcke fangen bei 35 Euro an, für ein Kleid kann man aber auch mehr als 150 Euro hinlegen. Doch Antunes erwartet auch nicht, dass jeder sein Kaufverhalten über den Haufen wirft: „Ein bisschen mehr nachhaltige Mode, ein bisschen weniger H&M – das wäre schon ein Anfang.“

 

Text: chilli & Fotos: © d’antunes

 

Infos:
d‘antunes, Gartenstr. 8,
79098 Freiburg, www.dantunes.de
Öffnungszeiten: Mo. - Sa. 10 - 19 Uhr