Kein ArTik ist keine Alternative. Mit diesem Motto wirbt das Jugendkulturzentrum am Siegesdenkmal. Mit Erfolg: Die Stadt erhöht ihren Zuschuss. Die Zukunft scheint gesichert. Doch die Standortsuche ist eine Herkulesaufgabe.

 

Nach 16 Jahren Jugendkultur ist Schluss am Siegesdenkmal. Im Zuge der Innenstadtentwicklung wird die ehemalige Unterführung 2016 dichtgemacht. Wo heute getanzt, gemalt, gechillt und gejammt wird, soll 2017 Flüssigboden eingefüllt werden. Nur ein 1,50 Meter hoher Schacht bleibt frei für Leitungen. Wer weitertanzen will, müsste krabbeln.

Wollen in der Innenstadt bleiben: Karim Saleh (li.) und Konstantin Rethmann (re.)

 

Bis 2017 ist das ArTik längst anderweitig untergekommen – wenn alles klappt. Die jetzigen Räumlichkeiten unter der Erde sind 600 Quadratmeter groß und zentral gelegen. Dennoch stört laute Musik keinen. Ähnliches zu finden gleicht der Suche nach der Nadel im Stadthaufen. „Ein kleines Wunder muss her“, sagt Karim Saleh, stellvertretender Geschäftsführer des ArTik. „Wir wollen in der Innenstadt bleiben. Bisher ist aber kein Standort in Sicht“, ergänzt ArTik-Chef Konstantin Rethmann. Kulturarbeit ist ihm wichtiger als Partys. Zahlreichen Initiativen wie dem Chaos Computer Club, Musikern, Filmemachern und Tanzgruppen bietet das ArTik Räume. „Wir sind ein Rahmen für Bilder, jeder kann ihn füllen“, sagt der 31-jährige Rethmann.

 

Im April sollen an einem Runden Tisch mit dem Amt für Kinder, Jugend und Familie (AKI) Lösungen gesucht werden. Mit dabei ist dann auch Bildungsbürgermeisterin Gerda Stuchlik. „Einen so einmaligen Ort mitten in der Stadt wird es nicht mehr geben“, sagt sie. Eine Verlegung in Randbezirke wie Zähringen schließt sie nicht aus.

 

Damit wäre Frederik Greve nicht einverstanden. Der 17-jährige Schüler ist ArTik-Jugendvorstand. „Die neue Location soll so zentral wie der jetzige Standort sein“, fordert er. Wichtig ist ihm, dort auch sonntagmorgens Musik aufdrehen zu können. Für ihn ist das Kulturzentrum eine „große WG“. Deren Bedeutung sehen auch die Gemeinderatsfraktionen: Statt bisher jährlich 43.000 Euro bekommt das ArTik 2015 und 2016 je 63.000 Euro.

 

Text: Till Neumann / Foto: © tln