Details der Katastrophen

 

Der Oberrhein ist ein historisch heftig umkämpftes Gebiet. Zwischen dem 17. und dem 20. Jahrhundert gab es keinen Krieg in Europa, der diese Region nicht in Mitleidenschaft gezogen hätte. Ständig lieferten sich an den Kriegsschauplätzen in den Vogesen und am Oberrhein Frankreich, England, Österreich, Russland und Preußen militärische Gefechte.

 

Ein neues Buch des Historikers Karlheinz Deisenroth, der auch schon im Freiburger Rombach-Verlag veröffentlicht hat, zeigt nun die Grundzüge dieser katastrophalen Auseinandersetzungen auf – der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Ersten Weltkrieg. Die linksrheinischen Kämpfe waren damals zwar nicht kriegsentscheidend, doch kam es hier zu einem grauenhaften Massensterben, etwa auf dem Col du Linge oder dem Hartmannswillerkopf – wie Deisenroth detailkundig aufzeigt.

 

Zudem ordnet er das Geschehen in die übergreifende Sachlage ein, wobei sich nicht zuletzt der Zusammenhang von Kriegführung und Festungsbau zeigt. Wenn heute auch nur noch ein Bruchteil der militärischen Anlagen erhalten ist, so blieben doch jahrhundertealte Überreste in der Landschaft sichtbar. Heute sind diese oft denkmalgeschützt – von Vaubans Festungen über das Fort Mutzig bis zu Maginot-Linie und Westwall. Deisenroth ist ein profunder Kenner der Kriegsmaterie.

 

Text: Cornelia Frenkel

 

Neuerscheinung_Elsass

 

 

 

von Karlheinz Deisenroth
Verlag: Morstadt, 2014
352 Seiten, broschiert, Preis: 19,80 Euro