Es gibt Gesten, die sind – zumindest in den meisten Ländern – eindeutig: Der nach oben gestreckte Daumen, der Zeigefinger an der Schläfe oder das Kopfschütteln gehören dazu. Und zum Pech eines in der vergangenen Nacht verhafteten Franzosen ist auch das Zeigen des nackten Hinterns nicht nur in Frankreich beleidigend. Zu dumm außerdem, dass besagter Franzose nicht vor irgendjemandem die Hosen herunterließ, sondern vor zwei Polizisten auf Streife.

 

Mit Handschellen aber ohne Hose. Foto: Andreas Altwein/ddp

 

Kurz nach zwei Uhr am Montagmorgen hielten die beiden Polizisten (44 und 39 Jahre alt) auf der Kronenbrücke an einer roten Ampel. Vor ihnen wartete ein Citroen mit französischer Zulassung, in dem drei Personen saßen. Noch bevor die Ampel grün wurde, stieg ein 28-jähriger Mann aus dem Auto, stellte sich mit dem Rücken zu den Polizisten vor den Streifenwagen und zog seine Hose bis zu den Knien herunter.

 

So seine Meinung kund zu tun, war dem aus Colmar stammenden Franzosen anscheinend nicht nur 250 Euro wert, sondern auch eine Strafanzeige wegen Beleidigung zum Nachteil von Polizeibeamten. Zudem mussten seine Freunde noch in der Nacht nach Colmar fahren, um seinen Ausweis zu holen, den er wohl zuhause vergessen hatte. Kleiner Tipp für den nächsten Ausflug ins Ausland: Die Verständigung mit Händen und Füßen kann bei mangelnden Fremdsprachenkenntnissen hilfreich sein – alle anderen Körperteile sollte man jedoch lieber außen vor lassen.