Nachdem das Freiburger Stadtmagazin chilli bereits gestern exklusiv über das Aus fürs Public Viewing im Eschholzpark bei der Fußball-EM berichtet hatte, hat das Freiburger Rathaus nun eine Pressemeldung herausgegeben. Demnach ist der Erste Bürgermeister Otto Neideck überrascht und bedauert die Entscheidung der Veranstalter, eine Arbeitsgemeinschaft aus der Tent Event GmbH und der mehrpunkt GmbH & Co KG. Diese hätten den Zuschlag für die Veranstaltung im Februar erhalten und gestern mit einem Schreiben an die Stadtverwaltung “überraschend den Rückzug” erklärt.

 

 

 

„Wir bedauern die kurzfristige Absage des Veranstalters zutiefst und können die Begründung nicht nachvollziehen. Gerade die Bedingungen zum Schutz der Besucherinnen und Besucher sowie der Wiederherstellung der Parkanlage auf Kosten des Veranstalters waren von Anfang an bekannt und Geschäftsgrundlage für das Gebot“, so Neideck. Die Veranstalter hätten sich nicht imstande gesehen, wesentliche Bedingungen aus der öffentlichen Ausschreibung zu erfüllen. Dazu zählt die Wiederherstellung des Platzes, die Entrichtung der Platzgebühr an die Stadt – nach chilli-Informationen mindestens 10.000 Euro – und der kostenlose Eintritt für alle Besucher.

 

Die Veranstalter reagierten: “Auch wir bedauern, dass es für Freiburg kein Public Viewing geben wird, vor allem weil wir bereits sehr viel Energie in dieser kurzen Zeit in dieses Projekt investiert haben”, so Petra Reutlinger von der Arbeitsgemeinschaft.  Während Neideck meinte, die Veranstalter hätten bereits im Februar den Zuschlag bekommen, entgegnet die Geschäfstführerin, dass die Stadt eine vorläufige Zusage erst Anfang April gemacht habe. In den dem chilli vorliegenden Ausschreibungsunterlagen ist als Abgabefrist für die Anbieter der 15. März aufgeführt. Ein Vertrag über die Fläche liegt den Veranstaltern bis heute nicht vor. “Aus Sicht des Amt für öffentliche Ordnung standen noch Sicherheitsauflagen zur Klärung an. Die Einladung zu diesem Termin, welche Seitens der Stadt erfolgen sollte, ist bis heute nicht bei uns eingegangen”, heißt es in der Meldung der Veranstalter. Ohne Vertrag zur Flächenüberlassung habe der auch keine Verträge mit Partnern machen können.   Noch im April habe die Arbeitsgemeinschaft dem Ordnungsamt mitgeteilt, dass sie das Public Viewing im Eschholzpark nicht durchführen könne, “da wir in der Kürze der Zeit die Finanzierung nicht gewährleisten konnten, Sponsoren bis dorthin abgesprungen sind und für die Suche neuer Partner keine Zeit mehr blieb”. Wäre die Ausschreibung mindestens sechs Monate vor Veranstaltungsbeginn veröffentlicht worden, wäre die Veranstaltung dieser Größenordnung finanzierbar und realisierbar gewesen.  “Unser Versuch, dies in der Kürze der Zeit doch noch hinzubekommen, ist leider gescheitert und ein Entgegenkommen der Stadt war am Ende leider auch nicht gegeben.”

 

Kurzfristig geprüft worden war der Vorschlag der Bietergemeinschaft, das Public Viewing auf dem Ganter-Gelände abzuhalten; dort wäre Platz für rund 5000 Besucher. “Nach Gesprächen mit Verwaltung, Gutachtern und Bürgerverein war klar, dass diese Veranstaltung aus Lärmgründen nicht genehmigungsfähig ist”, heißt es in der Rathaus-Meldung. Neideck verweist darauf, dass Freiburgs Fußballfans mit dem Public Viewing im Mensa-Hochgarten (Rempartstraße) und in der Gastronomie auch in der Innenstadt auf ihre Kosten kämen. Zudem liefen die Vorbereitungen für das Public Viewing zur Weltmeisterschaft 2014 auf dem Messegelände, so Neideck.

 

Im Studentenwerk hingegen hat Ulrich Stelter noch gar keine Genehmigung. Den Antrag hatte er schon vor langer Zeit gestellt. Zudem sei der Mensagarten nicht für ein städtisches Public Viewing geeignet, sondern nur für ein studentisches Publikum. Und: “Durch die Absage des Eschholzparks ändert sich bei uns auch die Sicherheitslage.” Das müsse im Haus erst einmal diskutiert werden.

 

Lars Bargmann